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Nettetal
Rockbands spielen gegen Vorurteile und Klischees an

Nettetal. In der Arche gab es ein Konzert für Flüchtlinge. Von Matthias Mertens

Arche bebt wieder. Harten Beats und lautem Gesang folgt ein ohrenbetäubendes Gitarrensolo. Das Publikum wiegt sich im Takt und singt lautstark mit. Regelmäßig können hier Bands aus Nettetal und Umgebung ihre Musik spielen. Doch diesmal ist sie nur ein Teil der Präsentation. Unter dem Motto "Friends Against Racism" wollen die Bands ihre Botschaft vermitteln: Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit sind nicht akzeptabel.

"Die Idee zur Veranstaltung stammt von den Bands. Dass wir sie unterstützen, ist klar", erklärt Jugendheimleiter Stephan Pläp. Die Musiker entwarfen eigenständig Plakate, planten den zeitlichen Ablauf und probten ihre besten Musikstücke. Stephan Pläp muss sich mit seinem Team lediglich um die Rahmenbedingungen und die Organisation kümmern. "Die Eigeninitiative ist großartig. Man merkt, dass das wirklich eine Herzensangelegenheit der Bands ist", freut sich Pläp.

Schon am Vormittag bauen die Bands ihr Equipment auf, installieren die Lichtanlage und testen die Lautstärke. "Mit unserm Konzert wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus setzen und alle Menschen zu mehr Toleranz auffordern", sagt Yannick Oehlers. Der Bassist der Band "The Unexpected" wirbt für ein freundschaftliches Zusammenleben. "Egal wo wir herkommen oder wie wir aussehen. Alle Menschen haben ein Recht auf Wertschätzung und sollten von jedem gleich behandelt werden." Bei den Planungen des Konzerts dachte Thomas Schlitter sofort an die in Nettetal lebenden Flüchtlinge. "Gemeinschaftliche Aktivitäten sind der einfachste Weg gegen Fremdenfeindlichkeit. Denn nur durch gegenseitiges Kennenlernen können Vorurteile abgebaut werden."

Daher sind Flüchtlinge zum Konzert eingeladen. Der Erlös der restlichen Eintrittskarten und der Spendenbox geht an die Flüchtlingshilfe Nettetal. Sie kann beispielsweise Arbeitsblätter für den Deutschunterricht anschaffen. "Dass die Bands das Flüchtlingsprojekt unterstützen, finde ich toll. In unserer modernen Gesellschaft sollte uns eigentlich kein Rassismus mehr begegnet. Da muss auch mal ein Zeichen gesetzt werden. Allein deshalb finde ich das Konzert großartig", sagt Angelique Nissen. "Aber natürlich auch wegen der Musik", fügt die 20-Jährige schnell noch lachend hinzu und widmet sich wieder der Rockmusik. Konzerte können eben mehr als nur Musik sein.

Quelle: RP
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