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Nettetal
Säen, pflanzen, pflegen, roden, mähen

Nettetal: Säen, pflanzen, pflegen, roden, mähen
Vater Hans-Josef (links) und Sohn Stefan Klaas sind als Lohnunternehmer unverzichtbare Dienstleister der Landwirtschaft. FOTO: Busch
Nettetal. Das Lohnunternehmen Klaas ist ein klassicher landwirtschaftlicher Familienbetrieb aus Leuth. Vor 65 Jahren gründete Paul Klaas den Betrieb. Sein Sohn Hans-Josef Klaas stieg dort vor 40 Jahren ein, Sohn Stefan Klaas führt ihn weiter. Von Philipp Peters

Lohnunternehmer haben in der Landwirtschaft enorm an Bedeutung gewonnen. Viele Betriebe können und wollen sich die teuren und nur zeitweilig einsetzbaren Großgeräte nicht leisten. Lohnunternehmer haben sich auf landwirtschaftliche Dienstleistungen spezialisiert. Ohne sie könnten Bauern manche Feldkulturen gar nicht bewirtschaften. Einer von ihnen ist der Leuther Hans-Josef Klaas, dessen Vater Paul den Betrieb vor 65 Jahren gründete. In dritter Generation arbeitet sein Sohn Stefan an der Seite von Klaas, der vor 40 Jahren in den väterlichen Betrieb eingetreten war.

"Begonnen hat alles am 1. September 1949 mit einer Dreschmaschine. Mein Vater war ursprünglich Landwirt, hat sich aber auf den Lohnbetrieb konzentriert", beschreibt Hans-Josef Klaas die Anfänge. Über die Jahre entwickelte sich der Betrieb, der Fokus lag anfangs auf Getreidemahd. Den ersten Mähdrescher schaffte Paul Klaas 1954 an, es folgten bald weitere Maschinen für Erntearbeiten.

Nach der Landmaschinenmechanikerlehre stieg Hans-Josef Klaas 1974 in den Betrieb ein. Die Landwirtschaft wandelte sich: Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln wurden vermehrt angebaut. Heute hat das Lohnunternehmen Klaas zehn Traktoren, acht Erntemaschinen und an die 20 Maschinen und Anhänger. Neben Saat und Ernte betreibt Klaas Pflanzenpflege. "Sie hat viel mit Beratung zu tun: Gegen was wird auf dem Feld gespritzt und bei welchem Wetter", sagt Hans-Josef Klasse. "Wir sind Dienstleister für die Landwirtschaft", ergänzt Sohn Stefan. Seit 2010 ist der Fachagrarwirt und Landmaschinenmechaniker im Betrieb tätig.

Ab 2008 bildete Klaas mit zwei anderen Lohnunternehmern eine Rodegemeinschaft für Rüben. "Roden bezeichnet die Ernte, wenn etwas aus der Erde heraus geholt wird", erklärt Stefan Klaas. Er arbeitet am gesamten Mittleren Niederrhein und in den Niederlanden. Der Betrieb hat einen Kundenstamm von etwa 100 Bauern. "Ihre Zahl sinkt, aber die Flächen bleiben", sagt Hans-Josef Klaas. Mist wird das gesamte Jahr über ausgefahren, das Frühjahr beginnt mit der Aussaat und dem Pflanzen von Kartoffeln, Rüben und Mais. Es folgen Grasschnitt und Graspressen. Mitte Juni werden erste Kartoffeln geerntet und eingelagert, es wird Getreide eingeholt. Im Herbst ist Hochzeit des Unternehmens: Weiterhin werden Kartoffeln gerodet und Mais gehäckselt. Zuckerrüben werden bis spät in den Dezember gerodet.

Regen wirft den Zeitplan schnell durcheinander. Felder können nicht befahren werden. So muss Klaas mit seinen Mitarbeitern auch nachts oder sonntags ran. "Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist nicht immer gegeben", bedauern beide. Sie müssen mit Beschwerden über Lärm und verschmutzte Wirtschaftswege klarkommen, betonen aber, wie sehr sie darauf achten, niemanden zu belästigen. Dennoch werde sogar die Polizei schon mal eingeschaltet. Den Beamten reiche aber oft eine Erklärung dafür, warum nachts auf einem Feld gearbeitet werde. Bauern haben feste Liefertermine bei der verarbeitenden Industrie und im Handel. Jeder Verbraucher will auch montags frische Ware im Supermarkt einkaufen.

Quelle: RP
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