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Nettetal
Schatzsuche am Galgenvenn

Nettetal: Schatzsuche am Galgenvenn
Mit solchen Geräten gehen Geocacher auf Schatzsuche. FOTO: buschkamp
Nettetal. Das Glück in kleinen Dosen: Der Kaldenkirchener Stefan Maesmanns sucht und versteckt Schätze, die per GPS aufzuspüren sind. 118 solcher Caches hat er platziert. Sein jüngster könnte der beste werden: Er liegt am Premiumwanderweg Galgenvenn, seit 2016 einer der schönsten NRW-Wanderwege. Ein Treffen mit dem Schatzhüter Von Vom Daniela Buschkamp

Sein liebstes Werkzeug ist eine Heißklebepistole, japanischen Zwei-Komponenten-Kleber verbraucht er kiloweise: Stefan Maesmanns (51) ist seit sechs Jahren begeisterter Geocacher. Bei der elektronischen Schnitzeljagd geht es dem Kaldenkirchener nicht nur darum, das Glück in kleinen Dosen zu finden. Er versteckt lieber selbst Schätze (Caches) und schickt andere auf die Suche. Verborgen sind Maesmanns Caches oft unter Naturmaterialien: "Ich bin ein Bastler, frickle gern."

Mal befestigt er die gesuchte Dose unter einem Stein, mal wird ein Metallstift unter einem Asphaltbrocken montiert, an dem die Schatzdose hängt. Oder der 51-Jährige verlängert einen Stock um eine Hülse. Die Sucher sollten stets wachsam sein - selbst Müll kann ein Schatz sein. "Manchmal befindet sich der Cache auch in einer zertretenen Limodose", sagt der Kaldenkirchener mit einem Grinsen.

Stefan Maesmanns in Cacher-Kluft mit GPS-Gerät. FOTO: buschkamp

Mehr als hundert Caches hat er bereits deponiert, die meisten in seiner Heimat Kaldenkirchen. Sein neuer Schatz verspricht sein beliebtester zu werden - Maesmanns hat ihn auf dem Premiumwanderweg Galgenvenn zwischen Kaldenkirchen und Venlo versteckt. Was ihn freut: Seit dem Start Ende April sind bereits mehr als 300 Schatzsucher seinen Hinweisen gefolgt.

Das Hobby Geocaching kam im Jahr 2000 In den USA auf, nachdem Satellitendaten auch für zivile Zwecke nutzbar wurden. Vor fünf Jahren wurde in Deutschland der Verein Openchaching Deutschland gegründet, der die Online-Plattform www.geocaching.com betreibt. Darauf sind alle Caches registriert. Vor einer Freigabe werden sie überprüft. "Das ist spannend, wenn man auf die Handynachricht wartet, bis der Cache freigegeben ist", sagt der Kaldenkirchener. Schatzsucher können Kommentare abgeben, Schatzhüter wie Stefan Maesmanns erhalten Hinweise, wenn ihr Werk nicht mehr in einem einwandfreien Zustand ist. "Dann erscheint ein Werkzeug und man weiß, dass man nach seinem Schatz suchen sollte", sagt er. Auf der Homepage findet man Aufgaben, die zum Versteck führen. Beim "WonderWay Galgenvenn" geht es los am Parkplatz des Gasthofes Galgenvenn. Von dort aus ist der mit "W2" ausgeschilderten Route des Wanderwegs zu folgen. 18 Fotos von markanten Stellen hat Stafan Maesmanns veröffentlicht, die der Geocacher in die richtige Reihenfolge bringen muss - erst dann findet er die Lösung und die Koordinaten, die ihn zum Schatzversteck führen.

Am Ziel kann man eine Dose mit einem Logbuch finden. FOTO: Buschkamp

Dafür ist eine 11,2 Kilometer lange Strecke zu bewältigen. "Zu Fuß braucht man dafür rund 3,5 Stunden", sagt Maesmanns. Mit dem Fahrrad sei es zwar deutlich schneller möglich, doch für normale Radfahrer sei das Gelände wegen schmaler Wege und Höhenunterschiede nicht geeignet. Warum er sich für den Wanderweg als Versteck entschieden hat? "Es ist schön hier, viele kennen den Weg und jetzt ist die Route sogar prämiert."

Was der Familienvater und Hundebesitzer an seinem Hobby schätzt: "Man ist viel unterwegs, lernt andere Leute kennen." Als Schatzhüter gibt sich Stefan Maesmanns, der in der Kinder- und Jugendpsychiatrie arbeitet, allerdings nicht immer zu erkennen, wenn er andere Geocacher im Grenzwald trifft. Auch online ist er anonym als "Marsgirl" unterwegs.

Über viele Stufen muss man gehen am Galgenvenn. FOTO: Maesmanns

Den Namen hat er gewählt, weil auch die Töchter Paula und Luzie Geochacing betreiben: Erst durch sie wurde er auf die digitale Schatzsuche aufmerksam - und ist heute genauso begeistert wie am ersten Tag. Worauf er sich jetzt freut: wenn seine Frau ihn auf seinem Wunderweg begleitet. Es wäre das erste Mal.

Quelle: RP
 
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