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Nettetal
Schließung der Grenze wäre eine Belastung

Nettetal. Die Stadt Nettetal hat einst trefflich davon gelebt, dass sie eine Grenzstadt ist. Speditionsbetriebe mit Filialen an den Zollämtern sowie andere Wirtschaftsbetriebe und Behörden (Zoll, Bahn) gaben Arbeit und sorgten für Einnahmen. Spätestens mit der Öffnung der EU-Binnengrenzen war es damit vorbei. Das Abkommen von Schengen hat den Wirtschaftsraum rechts und links der Grenze aber nachhaltig verändert.

Jetzt wird plötzlich wieder über Binnengrenzen nachgedacht. Der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen veranlasst Politiker, Grenzschließungen zu fordern. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein lehnt dies ab. "Eine Schließung der Grenze wäre eine große Belastung für die EU, für die deutsche Wirtschaft und auch für die Unternehmen am Niederrhein", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. "Immerhin wird jeder zweite Euro in unserer Region im Auslandsgeschäft verdient." Zudem sei der Niederrhein Heimat viele internationale Unternehmen. Die ungehinderte Mobilität sei ein wichtiges Element des EU-Binnenmarktes. Betriebe seien darauf angewiesen, schnell überallhin liefern zu können und Produkte anzubieten. "Transporteure, Touristen, Handwerker und Dienstleister - sie alle profitieren von offenen Grenzen, ebenso wie der lokale Einzelhandel", so Steinmetz. "Die Schließung würde die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland belasten."

Zähe Grenzkontrollen brächten den Reise- und Warenverkehr zwar nicht zum Erliegen, "führen aber zwangsläufig zu Verzögerungen". Das erhöhe die Kosten und mache Lieferungen unnötig teuer. Verschärfte Grenzkontrollen beträfen nicht nur den Lkw-Transport. Europa sollte in der Flüchtlingsfrage und beim Schutz der Außengrenzen eine gemeinsame Lösung finden.

(lp)
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