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Nettetal
Schüler drehen in der Bücherei Action-Filme mit Lego-Figuren

Nettetal: Schüler drehen in der Bücherei Action-Filme mit Lego-Figuren
Für den Dreh des dreiminütigen Stop-Motions-Films brauchten die Schüler viel Geduld. Auf dem Laptop setzten sie die einzelnen Bilder zusammen. FOTO: jobu
Nettetal. Die Kinder und Jugendlichen platzierten die Püppchen und drückten auf den Auslöser — immer wieder, rund 1000-mal. Herausgekommen ist ein Film Von Joachim Burghardt

Großes Kino in kleinem Saal: Angriff von Außerirdischen, Rettungseinsätze und Verfolgungsjagden waren Themen von Filmen, die im Lesesaal der Stadtbücherei gedreht wurden. Die Stars: Lego-Figuren. Die Filmemacher: Nettetaler Schüler von zehn bis 14 Jahren. Die Technik: Stop Motion. Produzent und Regisseur: André Linhoff. Sinn der Sache: Das zweitägige Medienseminar fand statt im Rahmen des Projekts Kulturrucksack NRW für junge Leute.

"Pro Filmsekunde müssen fünf Aufnahmen gemacht werden", erklärte Medienpädagoge und Filmemacher Linhoff die Stop-Motion-Technik. Was in der Praxis bedeutete: Eine Lego-Figur vor die gebaute Kulisse platzieren, Aufnahme, Figur ein Stückchen nach vorn bewegen, Aufnahme, Püppchen noch mal bewegen, Aufnahme - und später sah die fertige Filmsekunde aus, als liefe die Figur.

Vor den Dreharbeiten aber hieß es für die drei Schülerteams: Geschichten ausdenken, Drehbücher schreiben, Figuren und Utensilien auswählen. Ole und seine Gruppe machten sich filmmäßig auf ins Universum der Zukunft. "Unsere Geschichte spielt in den Star-Wars-Welten", verriet der 13-jährige Schüler des Werner-Jaeger-Gymnasiums. Entsprechende Lego-Figuren für alle möglichen Spielwelten hatte Linhoff zur Verfügung gestellt, manche Schüler brachten noch eigene von zu Hause mit.

Großes Lob zollte Bücherei-Leiter Ulrich Schmitter den jungen Filmemachern: "In den Ferien sich an zwei Tagen über zehn Stunden lang so zu konzentrieren, das ist schon allerhand." Die Aktion zeige aber auch, dass das Programm Kulturrucksack in den Kommunen Brüggen, Grefrath, Nettetal und Tönisvorst mit Kreativprojekten junge Menschen anzusprechen wisse.

Notebook, Kameras, Stative, Kabel - Linhoff hatte die Materialien gestellt und die Technik erklärt. Und dann machten sie sich ans Werk, die jungen Filmemacher, bewegten für ein dreiminütiges Action-Werk die Lego-Figuren Millimeter für Millimeter, drückten dabei rund 1000-mal auf den Auslöser, bearbeiteten auf den Notebooks die Sequenzen und vertonten sie: "Hilfe, schnell!", rief Schüler Max zu einer Unfall-Szene ins Mikro.

Nach den zwei Tagen allerdings ist wohl noch lange nicht alles vorbei. Linhoff: "Die fertigen Filme nehmen die Schüle auf USB-Sticks mit nach Hause, und nach meinen Erfahrungen fühlen sich manche animiert, mit der Stop-Motion-Technik eigene Filme zu drehen."

Quelle: RP
 
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