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Nettetal
Schwelbrand im Holzsilo - Komplizierte Löscharbeiten

Nettetal: Schwelbrand im Holzsilo - Komplizierte Löscharbeiten
Im Silo der Firma Thelen im Hintergrund schwelte ein Feuer. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr berieten immer wieder, wie sie effektiv gegen den Schwelbrand vorgehen könnten. FOTO: Franz-Heinrich Busch sen.
Nettetal. Ein Schwelbrand im Holzsilo der Firma Thelen in Kaldenkirchen hat Feuerwehren aus Nettetal und vom Niederrhein über Stunden beschäftigt. Personen wurden nicht verletzt, aber die komplizierten Löscharbeiten sollen bis tief in die Nacht gehen. Im Einsatz waren nicht nur Nettetaler Feuerwehrkräfte. Angefordert und eingesetzt wurden Wehren aus Mönchengladbach, Krefeld und Dormagen im Rhein-Kreis Neuss. Von Philipp Peters

Der Brand in dem Silo war im Laufe des Vormittags entstanden. Unklar war am Mittwoch noch, ob im Produktionsprozess Funkenflug entstanden war, den die Absauganlage erfasst haben könnte. Die Firma Thelen aus Leuth, die in Kaldenkirchen im Industriegebiet Herrenpfad-Süd eine hochmoderne Produktionsstätte betreibt, nutzt Abschnittsholz, Späne und Sägemehl für die Heizanlage. Die Holzabfälle werden in dem Silo gelagert.

Als der Schwelbrand bemerkt wurde, alarmierte das Unternehmen die Nettetaler Feuerwehr, die zunächst mit elf Fahrzeugen und 41 Einsatzkräften aus Kaldenkirchen, Leuth, Breyell und Schaag anrückte. Im Laufe des Nachmittags kamen noch Kräfte des Löschzugs Lobberich hinzu. Schnell wurde deutlich, dass der Schwelbrand keine akute Gefahr darstellte, aber nur sehr schwer zu bekämpfen sein würde. Die Mitarbeiter der Firma Thelen wurden aus Sicherheitsgründen auf Abruf nach Hause geschickt.

Die Hoffnung, dass der Brand in dem Silo schnell zu kontrollieren sein könnte, zerschlug sich bald. Man entschied sich, Kohlendioxid (CO2) über die Heizanlage in das Silo hineinzupressen, um dem Feuer den Sauerstoff zu nehmen und es zu ersticken. Die angeforderten Wehren aus Mönchengladbach, Krefeld und Dormagen verfügen über die erforderliche Ausrüstung und vor allem die Mengen an Kohlendioxid, die hier in die Heizanlage hineingedrückt werden mussten. Zusätzlich wurde ein Spezialfahrzeug der Dortmunder Feuerwehr angefordert, das in seinen Tanks besonders große Mengen CO2 aufnehmen kann. Feuerwehrsprecher Dirk Heussen berichtete am späten Nachmittag, der Wagen sei auf dem Weg abbestellt worden, weil die Einsatzleitung ihre Strategie änderte. Statt des Kohlendioxids setzte die Feuerwehr Stickoxid ein.

"Wir können kein Löschwasser in das Silo hineinpumpen. Das darin befindliche Holz würde aufquellen und ein immer größeres Gewicht entwickeln. Wir kennen die Statik des Silos nicht, es könnte unter dem Gewicht zusammenbrechen oder umkippen", sagte er. Auch ein Öffnen des Silos mit dem Ziel, das Holz herauszulassen, und dann zu löschen, war keine Lösung. "Es könnte leicht zu einer Staubexplosion kommen, wenn wir das Schüttgut einfach herausrutschen ließen", sagte Heussen. Er kontrollierte mit einem Messgerät beim Stickoxid-Einsatz ständig die Umluft. CO2 ist schwerer als die Luft und kann sich unter unglücklichen Bedingungen unbemerkt am Boden ausbreiten – es wäre ohne diese Kontrolle eine viel zu große Gefahr für die Einsatzkräfte entstanden.

"Es wird eine lange Nacht werden. Wir rechnen damit, dass wir zwölf bis 15 Stunden noch benötigen, um den Schwelbrand zu bekämpfen und die Sicherheit herzustellen", sagte Heussen gegen 17 Uhr. Wenn der Brand gelöscht ist, beginnen die Aufräum- und Entsorgungsarbeiten. Unter anderem muss geklärt werden, wer die Holzreste – 250 bis 300 Kubikmeter – abnimmt.

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