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Nettetal
Stadt plant bessere Venete-Vermarktung

Nettetal: Stadt plant bessere Venete-Vermarktung
FOTO: Foto: Krebs, Viersen Grafik: Podtschaske
Nettetal. Im kommenden Jahr wollen Stadt und Wirtschaftsförderung konkrete Ideen entwickeln. Ihr Vorhaben für das Kaldenkirchener Gewerbegebiet sehen sie durch die geplante Müllumladestation gefährdet Von Emily Senf

Die Stadt Nettetal will Anfang kommenden Jahres die Vermarktung des Gewerbe- und Industriegeländes Venete in Kaldenkirchen neu aufstellen. "Wir wollen sie beherzt angehen, denn das ist bitter nötig", sagt Bürgermeister Christian Wagner (CDU). Neuer Wirtschaftsförderer ist seit dem 4. Dezember der Viersener Hans-Willi Pergens, bisher Leiter der Wirtschaftsförderung in Neukirchen-Vluyn, der die Stelle von Dietmar Sagel übernommen hat.

Knackpunkt ist derzeit das geplante Wertstoff- und Logistikzentrum (WLZ) des Abfallbetriebs des Kreises Viersen. Nach den massiven Protesten von Anwohnern und von der neu gegründeten Bürgerinitiative "Venete - so nicht!" in den vergangenen Wochen will der Bürgermeister das Bauvorhaben in der Ratssitzung am Dienstag, 19. Dezember, neu bewerten. "Die Gegnerschaft ist größer, als wir es erwartet haben, und unter denen, die sich engagieren, sind auch Unternehmer aus der Region", sagt Wagner. "Da muss man sich fragen: Warum ist das so?" Die Umstände, unter denen die Nettetaler Politiker dem Vorhaben zugestimmt hätten, seien andere als heute gewesen.

Die Stadt habe sich für das Areal stets nachhaltige Unternehmen mit klein- und mittelständischen Strukturen gewünscht, sagt der Bürgermeister: "Unternehmen, die nicht passten, haben wir auch abgelehnt." Dem WLZ habe er zugestimmt, weil es "alternativlos" erschienen sei. Man habe "keine überwiegenden Bedenken" gehabt und "passiv duldend" zugestimmt. Negative Auswirkungen seien als beherrschbar angesehen worden - etwa die Vermeidung von Gerüchen durch eine moderne Biofilteranlage und die Lenkung des Lkw-Verkehrs um Kaldenkirchen herum. Zudem habe es damals weitere Interessenten für Venete-Grundstücke gegeben. "Es gab konkrete Gespräche, damit wäre das WLZ nicht die einzige Ansiedlung gewesen", so Wagner. Daraus sei aber nichts geworden.

Viele Bürger fühlen sich von dem Projekt überrumpelt. Es sei zu spät und nur oberflächlich informiert worden, heißt es. Wagner zeigt sich einsichtig. "Sie fühlen sich zurecht nicht mitgenommen", sagt er. Wegen Faktoren wie der Erstellung von Gutachten habe sich die Bürgerbeteiligung etwa um ein Jahr verzögert. Dadurch sei erst informiert worden, als der Bebauungsplan bereits feststand. "Eine intensivere Beteiligung wäre notwendig gewesen", sagt Wagner jetzt.

Welchen Einfluss die derzeitige Diskussion auf Interessenten haben könnte, sei unklar, aber "wir fürchten, dass die Vermarktung dadurch erschwert, wenn nicht sogar erst einmal unmöglich gemacht wird", sagt der Bürgermeister. "Ich glaube, dass das WLZ zum jetzigen Zeitpunkt an der Stelle nicht die richtige Ansiedlung ist." Auch Wirtschaftsförderer Pergens sagt: "Ein Neustart der Vermarktung wird mit dem WLZ nicht einfacher." Wie er aussehen könnte, soll Anfang 2018 konkretisiert werden. Ideen für andere Nutzungen, die im Internet kursieren, wie etwa Einzelhandel, ein Schwimmbad oder eine Kletterhalle, seien auf dem als Gewerbe- und Industriegebiet ausgewiesenen Gelände rechtlich nicht möglich.

In Gesprächen mit dem Kreis will Wagner mögliche Alternativen zum WLZ erarbeiten.

Quelle: RP
 
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