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Nettetal
Stadt sucht Ersatz für Werner-Jaeger-Halle

Nettetal: Stadt sucht Ersatz für Werner-Jaeger-Halle
Der Seerosensaal in Lobberich ist beliebt für Hochzeiten, Abiturfeiern und Karnevalssitzungen, wie etwa hier der KG Fidele Heide. Im großen Saal mit Bühne finden bis zu 500 Personen Platz. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Nettetal. Wenn die Werner-Jaeger-Halle saniert wird, braucht es einen Interims-Standort für das Programm. Geeignet ist laut Stadt das Haus Seerose in Lobberich — möglich ist jedoch auch eine Aufteilung der Veranstaltungen auf die Stadtteile Von Emily Senf

Finanziell sieht es für die geplante Sanierung der Lobbericher Werner-Jaeger-Halle sehr gut aus. Im Frühjahr erhielt die Stadt Nettetal die Zusage für 2,4 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm zur "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" und damit für die marode Halle. Das entlastet den Haushalt über Jahre. Jetzt geht es darum, einen Standort zu finden, an dem währenddessen das Programm stattfinden kann. Hierfür bietet sich laut Stadt beispielsweise das Haus Seerose an - möglich sei jedoch auch eine Aufteilung der Veranstaltungen auf die Stadtteile.

Die Werner-Jaeger-Halle wird als Aula des gleichnamigen Gymnasiums und als Stadttheater mit rund 500 Plätzen genutzt. Zu den Problemen des Gebäudes allerdings gehört nicht nur das undichte Dach, auch die Hallendach-Konstruktion genügt nicht mehr den statischen Anforderungen. Zudem müssen die Bühnentechnik und der Brandschutz verbessert werden. Zuschauer hatten sich über durchgesessene Sitze beklagt. Neben einer Kernsanierung hatten Verwaltung und Politik auch über einen Neubau diskutiert. Die Kostenschätzungen für die eineinhalbjährige Sanierung lagen bei 6,3 Millionen Euro.

Brigitte und Helmut Kienast, seit vier Jahren Inhaber vom Haus Seerose, würden es begrüßen, das Programm des Stadttheaters zeitweise zu übernehmen. "Das wäre sehr positiv für unser Haus", sagt Brigitte Kienast. Ein paar Mal seien ihre Säle bereits von Vertretern der Stadt vermessen worden, man habe Gespräche geführt. Die Stadt weiß um die Vorteile des Hauses. Es "verfügt über die größte Sitzplatzkapazität der Säle Nettetals sowie über Vorräume für die Garderobe und die Bewirtung", sagt Stadtsprecher Jan van der Velden. "Parkplätze sind in der Umgebung vorhanden."

Das Haus war als Kolpinghaus gebaut worden. In den 1980ern erwarb Helmut Sommerfeld den Komplex, brachte ihn in Schuss und verkaufte ihn später an den Gastronom Karl Kummer. Der trennte sich aus persönlichen Gründen von dem Betrieb. Die neuen Inhaber hatten das Gebäude 2014 sanieren und die Technik modernisieren lassen. Es verfügt über einen Saal für bis zu 100 Personen sowie einen weiteren Saal mit Bühne. An Tischen sitzend haben dort laut Kienast 450 Besucher Platz, bei Reihenbestuhlung bis zu 500. Bislang wird das Haus für Hochzeiten, Abiturfeiern und Karnevalssitzungen gebucht.

Doch noch will sich die Stadt nicht festlegen. Wie der Erste Beigeordnete Armin Schönfelder sagt, seien insgesamt weit über 20 Alternativstandorte zur Werner-Jaeger-Halle geprüft worden, darunter Säle in den Stadtteilen und größere Gaststätten wie das Hotel Zur Mühle in Kaldenkirchen. "Wir prüfen etwa die technischen Möglichkeiten und wie die Parkplatzsituation ist", sagt Schönfelder. "Es geht um die Frage, welche Art von Programm an welchem Standort Sinn macht." So sei es durchaus denkbar, einen neuen Weg zu gehen: zusätzliche Mitmach-Theater, Workshops, Veranstaltungen unter freiem Himmel beispielsweise, alle an verschiedenen Orten. "Wir gehen davon aus, dass wir auch in die Stadtteile gehen und nicht wie mit der Werner-Jaeger-Halle an einem Ort bleiben", sagt der Beigeordnete.

Zum Erfahrungsaustausch hat sich die Stadt an die Landestheater etwa in Neuss und Dinslaken gewandt. Im Januar soll der Theaterarbeitskreis abstimmen, dann soll die Entscheidung in der ersten Fachausschuss-Sitzung 2018 fallen. Das neue Programm könnte laut Schönfelder Anfang 2019 beginnen: "Wir sind jetzt dabei, uns für Veranstaltungen Optionen zu sichern, um im Frühjahr verbindlich zu buchen."

Quelle: RP
 
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