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Nettetal
Stadt verbraucht weniger Strom und Gas

Nettetal: Stadt verbraucht weniger Strom und Gas
Das Dach der neuen Sporthalle in Kaldenkirchen ist vollgepackt mit Solarzellen. Seit 2006 ist das zusätzliche Gebäudevolumen um 8,2 Prozent gestiegen, dennoch hat die Stadt den Verbrauch erheblich gesenkt. FOTO: Busch
Nettetal. Der jetzt vorgelegte Energiebericht für die städtischen Gebäude macht deutlich, dass sich die energetische Sanierung von Schulen, Sporthallen und Verwaltungsgebäuden auswirkt. Die Senkung des Verbrauchs stößt aber auch an Grenzen. Von Ludger Peters

Die an Gebäuden unterschiedlicher Größe und Nutzungsart reiche Stadt Nettetal hat in den vergangenen neun Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, den Energieverbrauch zu senken. Der Erfolg spricht für sich, den nicht nur die Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid schlägt fürs Klima durch. Insgesamt hat die Stadt deutlich weniger an Gas, Strom und Wasser verbraucht.

Sehr viel mehr kann an den Gebäuden jetzt nicht mehr gemacht werden", stellte im Ausschuss des Nettebetriebs Dirk Heckmann fest. Der Energieberater der Stadtwerke schlüsselte Entwicklungen seit dem Jahr 2006 bis 2013 auf und erweckte vor allem den schier unübersichtlichen Zahlenfriedhof des "Energieberichts 2011 bis 2013" so auf, dass er nun politisch bewertet werden kann. Mit großer finanzielle Unterstützung des Konjunkturprogramms II hat die Stadt in den vergangenen Jahren, Schulen, Sporthallen und andere Gebäude in ihrem Besitz saniert: Neue Dächer, Fenster, Austausch von Heizanlagen und vieles andere mehr haben den Verbrauch gewaltig gedrückt.

Natürlich wäre es unsinnig, jetzt noch eine weitere Dämmung irgendwo draufzupacken mit dem Ziel, dass die eine oder andere Kilowattstunde weniger verbraucht wird. "Aus den Objekten selbst lässt sich beim besten Willen nichts mehr herausquetschen", stellte Heckmann fest. Er riet dazu, das Energiecontrolling zu erweitern, ein Energiemanagement aufzubauen und die Motivation zu steigern, weniger zu verbrauchen. Man kann natürlich herkömmliche Lampen durch LED ersetzen, hier und da noch ein bisschen Heizungen optimieren. Aber Heckmann sieht noch andere Ansatzpunkte. "Die großen Objekte, wie Schulzentren oder mit Sporthallen gekoppelte Schulgebäude, haben meist einen Strom- und einen Gaszähler. Wir erfahren aber sehr viel mehr, wenn wir Unterzähler installieren. Das deckt Schwachstellen auf, liefert dem Verbraucher Informationen und macht den Strom- oder Gasverbrauch sichtbarer." Theoretisch könnten Zählersysteme installiert werden, die im Viertelstunden-Rhythmus Werte dokumentieren.

Dahinter steckt keine Schnüffelei, ob jemand Energien verplempert, sondern das Ziel herauszufinden, wo etwas sinnvoll verbessert werden kann. Schließlich fordert jede Veränderung in gewisser Weise eine Investition. Die aber muss sich rechnen, darauf wies die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche hin. Harald Rothen, Prokurist der Stadtwerke, berichtete, dass seit 2006 nahezu 160 Prozent Kostensteigerungen nicht etwa durch reine Energiepreisveränderungen hervorgerufen wurden, sondern durch Beiwerk wie EEG-Umlage und andere Abgaben. Insofern sei das Ergebnis der Energie- und Kosteneinsparungen der vergangenen Jahre sehr respektabel.

So ratlos, wie die Fraktionen anfangs noch wirkten, waren sie am Ende der Beratungen nicht mehr. Mit den Zahlen alleine habe die CDU in der vorbereitenden Fraktionssitzung kaum etwas anfangen können, bekannte Thomas Zündel. Und Guido Gahlings (Grüne) vermisste einen Vorschlag, welche Konsequenzen aus dem Energiebericht zu ziehen seien. Es wird nicht so sein, dass künftig nur noch geschulte Fachkräfte das Licht ein- oder ausschalten werden. Auch wenn auf die Bitte des Vorsitzenden Ingo Heymann nicht Rudi Ucher vom Nettebetrieb, sondern Kämmerer Norbert Müller aufstand, um die Lampen einzuschalten. "Dazu braucht es eben einen Volljuristen", strahlte Heymann, als der Ausschuss die gewünschte Erhellung des Raumes erzielt hatte. Ab diesem Augenblick fand er auch zu Ergebnissen, die er in Beschlüsse ummünzte. Die Handlungsempfehlungen aus dem Bericht werden umgesetzt, die Stadt wird ihrem Verbrauch von Gas, Strom und Wasser weiter auf den Grund gehen. Das macht schließlich jeder einigermaßen kluge Hausbesitzer auch.

Quelle: RP
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