| 00.00 Uhr

Nettetal
Stadt will an Totenhallen sparen

Nettetal: Stadt will an Totenhallen sparen
Die Totenhalle in Breyell ist die einzige, die die Stadt erhalten will. Jetzt muss der Rat entscheiden. FOTO: F.-H. Busch
Nettetal. Die Aufbahrungsräume auf den Friedhöfen sind nicht mehr ausgelastet und kosten zu viel Geld.Nur noch die Totenhalle in Breyell soll nach Plänen der Verwaltung erhalten bleiben Von Joachim Burghardt

Die Gebühren für Bestattungen auf Nettetaler Friedhöfen sollen im nächsten Jahr leicht sinken. Dies hat jetzt der Betriebsausschuss Nettebetrieb beschlossen und den Mitgliedern im Nettetaler Stadtrat zur Entscheidung empfohlen. Neben den Gebühren herrscht noch weiter Bewegung im Nettetaler Friedhofswesen: Die städtischen Aufbahrungsräume, die regelmäßig für ein Minus sorgen, stehen zur Diskussion.

"Wie lange wollen wir das Spiel mitmachen?", verschaffte Lutz Dröttboom (SPD) seinem Ärger Luft, weil die Verwaltung Jahr für Jahr ein Defizit beim Unterhalt der Aufbahrungsräume auf den Friedhöfen vorlegt. Das Problem ist die sinkende Nachfrage: Immer weniger Menschen nehmen die Aufbahrungsräume in Anspruch. Die Stadt muss sie aber in Schuss halten - und so erweisen sie sich als Zuschussgeschäft. Auf der Gebührenbedarfsberechnung für das Friedhofswesen 2018 ist deshalb ein Minus von rund 25.000 Euro für diese Räumlichkeiten zu verzeichnen.

Diese Berechnungen erfolgen nach einem komplizierten Verfahren: Defizit aus den Nachkalkulationen der Vorjahre fließen in die aktuelle Bedarfsberechnung mit ein. Dabei wird ein Mittelwert der Jahre 2014 bis 2016 zugrunde gelegt. Für die Verwaltung Grund genug, bei den Service-Angeboten umzudenken: "Wir werden die Aufbahrungsräume langfristig zurückbauen", kündigte die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche an.

Sie hatte öfter schon darauf hingewiesen, dass Trauernde vermehrt die Aufbahrungs- und Abschiedsräume der örtlichen Bestatter nutzen, was für sie praktischer und preiswerter sei.

Allerdings will die Stadt die Möglichkeit, dass Verstorbene auf einem Friedhof aufgebahrt werden können, nicht vollständig streichen. Sie will weiterhin zumindest ein zentrales Angebot vorhalten, wie Fritzsche erläutert: "Wir werden die Aufbahrungsräume in Breyell beibehalten." Dieses Gebäude war erst vor einigen Jahren instandgesetzt und mit WC-Anlagen ausgerüstet worden.

An den Friedhofskapellen, die Trauergäste regelmäßig für Trauerfeiern nutzen können, will die Verwaltung laut Fritzsche festhalten. Die Kosten für die Nutzung einer Kapelle sinken im kommenden Jahr sogar um 76 Euro von 211 Euro auf 135 Euro.

Was die konkreten Kosten anbelangt, so weist die Gebührenbedarfsberechnung 2018 für die Bürger gute und schlechte Nachrichten auf. So steigen einerseits die Gebühren bei den Nutzungsrechten um rund 4,5 Prozent. Andererseits sinken die Bestattungsgebühren um 15 Prozent.

Beispiel Reihengrab-Bestattung. Beträgt der Gesamtpreis für Nutzung, Bestattung und Inanspruchnahme der Kapelle in diesem Jahr 2174 Euro, so fällt er 2018 um 143 Euro auf 2040 Euro. In diesem Rahmen bewegen sich in etwa auch die Kostensenkungen für die anderen Grab- und Bestattungsarten.

Mehr als die Hälfte aller Bestattungen in Nettetal sind inzwischen - laut Angabe der Verwaltung - Urnenbestattungen. Wer sich dafür entschiedet, profitiert kaum von sinkenden Gebühren. So wird ein Urnenwahlgrab um 21 Euro preiswerter. Die Gebühren sinken von 2740 Euro um weniger als ein Prozent auf 2719 Euro.

Die Kosten für die Bestattung in einer Urnenstele, neu auf dem Lobbericher Friedhof, steigen um knapp ein halbes Prozent von 3360 Euro auf 3375 Euro.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Nettetal: Stadt will an Totenhallen sparen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.