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Nettetal
Stangenbohnen - vom Feld in den Topf

Nettetal: Stangenbohnen - vom Feld in den Topf
Luise Gotzen zeigt, wie Stangenbohnen geerntet werden müssen: vorsichtig mit zwei Händen, damit die Ranke nicht abreißt. FOTO: Timmers
Nettetal. Im Hofcafé Alt-Bruch kommt jetzt die Bohne im Gemüse und als Suppe auf den Tisch. Geerntet werden Stangenbohnen bis Oktober Von Inge von den Bruck

Für Luise Gotzen haben Stangenbohnen Charakter. "Die Bohne ist stur und eigensinnig", sagt sie. Luise Gotzen weiß das ganz genau, schließlich werden auf ihrem Hof am Altenhof, in dem sich heute das Hofcafé Alt-Bruch befindet, seit 1920 Stangenbohnen angebaut. Die Bohne habe eine eigene Strategie entwickelt, um zu wachsen, erklärt Gotzen: Die Stangenbohnen drehen sich von oben betrachtet links herum, winden sich also gegen den Uhrzeigersinn an einer Stange empor. Dass die Bohne so wächst, ist genetisch bedingt. "Wir können die Bohnen täglich so drehen, dass sie sich andersherum winden, aber am nächsten Tag winden sie sich wieder in die andere Richtung", hat Gotzen festgestellt.

Früher wurden Bohnen auf 25 Morgen Land angepflanzt. Heute wachsen sie nur noch auf rund siebeneinhalb Morgen, um dann auf dem Hof und im Hofcafé verkauft zu werden. Gäste schätzen Bohnensuppe und Bohnengemüse, die dort auf den Tisch kommen.

Stangenbohnen können bis Ende Juni ausgesät und bis Oktober geerntet werden. Sie müssen windgeschützt stehen - auf dem Hof Alt-Bruch werden Sonnenblumen als Windschutz gesetzt. Bohnen bevorzugen einen warmen, sonnigen Platz. Sie werden fünf Zentimeter tief in den Boden und im Halbkreis um eine Rankhilfe gelegt, so dass die jungen Pflanzen die Rankhilfe erreichen können. Damit Bohnen schneller keimen, können sie einen Tag vor der Aussaat in Wasser gelegt werden. Da sie aufgrund ihrer Größe nicht verklumpen können, ist das eine gute Methode, um sie "in Schwung" zu bringen. Angießen sollte man sie dann trotzdem.

Nach zehn Wochen sind die ersten Stangenbohnen reif und können geerntet werden. Die langen, schmalen bis runden Hülsen haben dann eine Länge von zehn bis 28 Zentimetern erreicht. Sie schmecken als grüne Bohnen frisch am besten. "Sie sind sehr vitaminreich", weiß Gotzen. Die Bohnen müssen vorsichtig mit den Händen vom dünnen Stiel gepflückt werden: Eine Hand hält die Ranke fest, damit sie nicht versehentlich abgerissen wird, die andere Hand pflückt die Bohne. Dabei sollten die Hülsen nicht zerdrückt werden, um die Haltbarkeit nicht zu verringern. Beschädigte Hülsen sollten direkt zubereitet werden. "Stangenbohnen niemals bei Nässe ernten, da sich sonst Krankheitserreger leichter ausbreiten können", warnt Gotzen. Alle zwei bis vier Tage müssen die Stangenbohnen nachgepflückt werden, "dann trägt die Pflanze länger". Für den Ernteerfolg sei auch eine gute Wasserversorgung wichtig, erklärt Luise Gotzen: "Nur zu viel Regen wie in den letzten Monaten kann die Bohne nicht vertragen."

Quelle: RP
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