| 00.00 Uhr

Nettetal
SuS Schaag: 100 Jahre und kein bisschen unsportlich

Nettetal. Der Nettetaler Sportverein hat gut 700 Mitglieder. Schirmherr Karl-Heinz Fischermanns lobte den Amateursport Von Heinz Koch

Seit hundert Jahren besteht der SuS Schaag, einer der renommiertesten Nettetaler Sportvereine. Vorgestern lud der Verein zum Festabend ein. Die musikalische Begleitung hatte das Orchester des Werner-Jaeger-Gymnasiums, das aber wegen des zu großen Lärmpegels fast unterging.

In seiner Begrüßung dankte der erste Vorsitzende Hans-Josef Mooren, der dem Verein seit 25 Jahren vorsteht, allen Mitgliedern: "Ob ein Verein alt oder jung ist, kommt nicht auf die Jahre seines Bestehens, sondern auf die aktuelle Tatkraft und Lebendigkeit seiner Mitglieder an. Ihr habt gezeigt, dass unser Verein jung geblieben ist."

Mit rund 700 Mitgliedern im Fußball, Frauenturnen, Shaolin und Kinderturnen sei man gut aufgestellt. Auch Bürgermeister Christian Wagner, der in Schaag wohnt und dessen beide Söhne dort Fußball spielen, lobte den Verein, der ein solides Fundament für die Zukunft geschaffen habe. "Die Kinder lernen hier nicht nur Sport, sondern das Einbringen in die Gesellschaft."

Nach der Vorführung der großen Shaolin-Karate-Gruppe trat der Schirmherr Karl-Heinz Fischermanns an das Mikrofon. Er setzte sich mit dem Amateur- und Profi-Sport auseinander: Profi-Sein bedeute Ich-Bezogenheit. Das wichtigste sei das Geld. Ein Profi frage: Was bringt das für mich? Ein Amateur frage: Was bringt das für meinen Verein? Der Profisport bestehe heute häufig aus "Show, tricksen, täuschen und Verträge nicht einhalten", kritisierte Fischermanns. Dabei seien Profi-Sportler Vorbilder für die Jugend. Der Amateursport dagegen sei meist ehrlich; da zähle Idealismus und Zuverlässigkeit. Der SuS Schaag sei dafür ein gutes Vorbild, so der Schirmherr. "Es gibt keine bessere und billigere Sozialarbeit als in einem Sportverein", schrieb er der Politik ins Heft. Der Applaus zeigte die Zustimmung der Gäste.

Beim Auftritt der Damenturnriege, die wegen Ausfalls einiger Aktiver nicht vollständig war, nahmen spontan zwei Damen und Herren aus dem Publikum an den Übungen teil, ein Zeichen für das familiäre Miteinander im Verein.

Die Verbandsehrungen nahmen Willi Wittmann, Vorsitzender des FVN-Fußballkreises 6, und der Kreis-Ehrenamtsbeauftragte Jürgen Hendricks vor. Zum hundertjährigen Bestehen überreichte er dem Jubiläumsverein die DFB-Ehrentafel und die FVN-Ehrentafel. Für ihre Verdienste um den Fußballsport verlieh er dem Vorsitzenden Hans-Josef Mooren und dem langjährigen Vorstandsmitglied Dieter Flink die DFB-Ehrennadel. Weiter verlieh Hendricks dem Jugendlichen Timo Tüffers den DFB-Ehrenamtspreis "Junge Helden".

Es folgten die Ehrungen für langjährige Vereinszugehörigkeit: 50 Jahre im Verein waren Josef Knops, Günter Spee, Anton Dratwa, Werner Becker, Paul Flüggen, Elisabeth Thiele, Rainer Didden und Hans-Josef Burger. Für 60-jährige Mitgliedschaft erhielten Willi Wittmann, Heinz Syben, Günter Steinraths, Karl-Heinz Helfrich, Josef Dickmanns und Manfred Hoffmanns eine Urkunde. Bereits 65 Jahre im Verein waren Berto Lüthen, Mathias Winkels und Julius Flüggen.

"Fast so alt wie der Verein", so Vorsitzender Mooren, waren die vier Männer, die für 70-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden: Karl Roßhack, Willy Horn, Heinz Janissen und Willy Doemges. Mit Applaus dankten die Besucher den Geehrten für ihre langjährige Treue.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Nettetal: SuS Schaag: 100 Jahre und kein bisschen unsportlich


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.