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Nettetal
Syrer schafft eine Skulptur für Hinsbeck

Nettetal. Der Friedensgarten soll um ein neues Kunstwerk erweitert werden. Dafür organisiert der Verkehrs- und Verschönerungsverein erneut ein Kunstsymposium und sucht jetzt Spender

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Hinsbeck plant erneut ein Kunstsymposium. Wie bei den vergangenen Projekten ist auch diesmal die Finanzierung schwierig, der Verein ist auf Spender für diese Aktion angewiesen. "In den vergangenen Jahren brauchten wir zwischen 10.000 und 15.000 Euro", sagt VVV-Vorsitzender Peter Beyen.

Seit 1992 organisiert der VVV Hinsbeck im Abstand von fünf Jahren ein Künstlersymposium. "Wir planen gerade das aktuelle Projekt", sagt Beyen. Zum Motto "Kunst verbindet - vor dem Hintergrund von Flucht und Vertreibung" wurden verschiedene geflohene Künstler angesprochen; diese reichten Vorschläge ein. "Der Künstler soll für eine gewisse Zeit vor Ort wohnen, dort auch arbeiten", sagt Beyen.

Der syrische Künstler Ibrahim Alawad hat drei Entwürfe erstellt. Daraus wählte ein Gremium aus VVV-Vorstandsmitgliedern sowie den Künstlern Manfred Mangold und Heinz Lanser das beste Objekt aus; dies soll bei der Jahreshauptversammlung zur Abstimmung gestellt werden.

Mit der Stein-Skulptur will Alawad ausdrücken, "dass die Musik die Weltsprache ist, die uns alle, seit es Menschen gibt, innerlich und geistig verbindet". Entstehen soll eine eckige Säule mit Musiknoten, ein Hinweis auf die 9. Symphonie von Beethoven mit der Strophe: "Dein Zauber binde wieder was die Mode streng teilt, alle Menschen werden Brüder wo dein sanfter Flügel weilt". Erkennbar auch ein Musikinstrument und die Andeutung eines Menschen. Das Werk wird der Künstler im Herbst im Friedenspark an der Parkstraße herstellen - Interessierte können ihm dabei zusehen; Ibrahim Alawad spricht so gut Deutsch, dass er auch Fragen beantworten kann.

Ibrahim Alawad, geboren 1960 in Damaskus, ist ein bekannter Maler und Bildhauer aus Syrien. Nach dem Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Damaskus studierte er von 1989 bis 1992 Kunst- und Baugeschichte in Aachen. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in Syrien und Deutschland. Von 1996 bis 2014 führte er das Atelier Arabesk der Bildenden Künste für Kinder in Damaskus. Er nahm auch an internationalen Symposien teil. Vor sechs Jahren gründete er eine eigene Galerie, zudem lehrte er Bildhauerei am Technischen Institut der Künste in Damaskus. In dieser Zeit verkaufte er mehr als 200 Werke in Europa, den USA und Kanada. Als Christ war er in seiner südsyrischen Heimat immer mehr den Anfeindungen und Drohungen der IS ausgesetzt, so dass er 2015 mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Aachen floh. Sein Haus, das Atelier, die Galerie und die meisten der dort lagernden Kunstwerke wurden im Bürgerkrieg zerstört.

Peter Beyen ist überzeugt, dass auch das neue Werk "gut in den Friedenspark passen wird".

Info Wer zum Gelingen des Kunstwerkes beitragen möchte, kann sich an Peter Beyen, Telefon 02153-2939, wenden.

(heko/busch-)
 
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