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Nettetal
Textilmuseum zeigt kunstvoll gefilzte Krippen

Nettetal. Elvira Schütjens erschafft eine kleine Welt aus Filz. Bis zum 27. November sind ihre Werke in der Scheune zu sehen Von Heinz Koch

Wegen des zu dieser Jahreszeit passenden Themas "Krippen - kunstvoll gefilzt" hat das Textilmuseum "Die Scheune" in Hinsbeck-Hombergen in diesem Jahr ihr Programm verlängert. Bis zum 27. November werden an jedem Sonntag von 11 bis 18 Uhr kunstvoll gefilzte individuelle Krippen der Künstlerin Elvira Schütjens gezeigt. Diese reichen von der einzelnen Figur bis zur kompletten Krippendarstellung, meist dekorativ auf grobem Teakholz drapiert. Während aller Ausstellungstage wird die Künstlerin vor Ort sein und ihre Arbeiten vorführen.

Die 1956 geborene vierfache Mutter begann 2008 mit dem Filzen. Sie war schon immer ein kreativer Mensch, bereits seit der Kindheit malte sie und hatte später auch einige Ausstellungen. 2008 kam sie in einem Bastelladen mit Filzen in Kontakt. Nach dem zunächst erstellten Filzschmuck wie Ketten und Armbänder suchte sie nach neuen Herausforderungen. Sie begann mit figürlichen Arbeiten, wobei ihr Glaube ihr das Motiv, die Heilige Familie, vorgab. Doch einzelne Figuren reichten ihr bald nicht mehr, sie wollte eine kleine Welt erschaffen.

Daher setzte sie die Figuren als Ensemble in natürliche Materialien wie urwüchsiges Holz, meist Teak, verholzte Lianen oder Bananenholz. Das Holz gäbe ihr dabei durch seine Vertiefungen und Verwerfungen vor, wie die Familie dort hinein dargestellt würde. "Ziel war immer die Darstellung der Heiligen Familie als liebende, innige kleine Familie", sagt Schütjens, "diese Liebe der Eltern zum Jesuskind wollte ich zeigen."

Die Künstlerin filzt ihre Arbeiten trocken. Hierbei wird eine dünne Nadel mit winzigen, nach vorne gerichteten Widerhaken durch ein loses Wollknäuel hindurchgestoßen. Die Haken ziehen einzelne Fasern durch die Wolle, so dass das Wollknäuel mehr und mehr verfilzt. Je öfter eine Stelle durchstoßen wird, umso dichter und fester wird diese Stelle. So gestaltet sie etwa Körper-, Hand- oder Gesichtskonturen. Jacken oder Hosen werden auf dem erstellten Körper mit andersfarbiger Wolle aufgefilzt und so komplexe Figuren und Tiere geschaffen.

Mit ihren Arbeiten war sie schon sehr erfolgreich. 2011/12 gewann Schütjens in Telgte im Religio Westfälisches Museum für religiöse Kunst den Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preis für vorbildliches Krippenschaffen. Ihre größte Krippe stellte sie 2015 im Diözesanmuseum Osnabrück aus. Der dortige Krippenverein erwarb diese Krippe und will sie künftig ausstellen.

Quelle: RP
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