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Nettetal
Trinkwasser aufbereiten, wird immer aufwendiger

Nettetal. Der Anteil an Arznei- und Pflanzenschutzmittel in unserem Wasser steigt stetig an

Regelmäßig wird das Trinkwasser von den Stadtwerken geprüft. Das Ergebnis: Das Trinkwasser in Nettetal kann bedenkenlos konsumiert werden und weist eine hohe Qualität auf. Das teilte jetzt Norbert Dieling, Geschäftsführer der Stadtwerke Nettetal mit. "Das Leitungswasser entspricht den strengen Anforderungen der deutschen Trinkwasserverordnung. Es wird regelmäßig von einem anerkannten, zertifizierten Labor untersucht."

Die sehr hohe Trinkwasserqualität in Deutschland wird durch staatliche Behörden wie das Umweltbundesamt und das Bundesgesundheitsministerium bestätigt. Sie vergeben regelmäßig die Note gut bis sehr gut für das Trinkwasser in Deutschland. "Trinkwasser ist und bleibt ein sicheres und qualitativ hochwertiges Lebensmittel. Kaum ein anderes Lebensmittel wird so streng überwacht wie unser Trinkwasser", sagt Dieling.

Um dies weiter zu gewährleisten kooperieren die Stadtwerke Nettetal mit Landwirten in der Region, um die Trinkwasserversorgung weiter zu sichern. Es geht dabei darum, wie man schonend Düngen und wie man bei Anbausystemen auf das Grundwasser achten kann, den Erosionsschutz und die Vermeidung direkter Schadstoffe.

Denn gerade die Düngemittel und weitere Stoffe machen es dem Wasserversorger immer aufwendiger, Trinkwasser in hoher Qualität bereitzustellen. Die Menge an Stoffen, die aus dem Wasser gefiltert werden müssen, nimmt stetig zu. Grund dafür sei unter anderem der ansteigende Arzneimittelverbrauch sowie zum Teil nicht sachgerechte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Dieling: "Ziel muss es sein, Verschmutzungen zu vermeiden. Stoffe aus Arznei- und Pflanzenschutzmitteln sind schwer zu entfernen. Die Aufbereitung kostet die Versorger sowie Entsorger viel Geld - und damit letztlich auch die Bürger."

Dennoch müsse man keine Bedenken haben. Laut des Umweltbundesamtes sind diese Arzneimittelspuren nicht gesundheitsgefährdend. Sie gelangen durch Ausscheidungen des Körpers sowie das Entsorgen von Medikamenten in der Toilette oder Spüle in den natürlichen Wasserkreislauf. Deshalb appelliert Dieling: "Jede Tablette und jeder Tropfen Arznei, die nicht in die Toilette, in den Ausguss und damit ins Abwasser gelangen, entlasten unsere Gewässer." Die Kläranlagen in Deutschland seien technisch hervorragend ausgerüstet. Allerdings könnten sie nicht alle Inhaltsstoffe von Medikamenten aus dem Abwasser filtern, betont er. Die dafür notwendige Nachrüstung der Anlagen wäre sehr aufwendig und sehr teuer.

Deshalb solle jeder maßvoll mit Arzneimitteln umgehen. Unverbrauchte Medikamente können in der Apotheke abgeben, über den Müll oder bei Schadstoffsammelstellen entsorgt werden.

Quelle: RP
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