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Nettetal
Umsicht der Stadt imponiert Schiefner

Nettetal: Umsicht der Stadt imponiert Schiefner
Auf seiner Rundfahrt durch Nettetal ließ Udo Schiefner MdB sich die Flüchtlingsunterkünfte am Caudebec-Ring in Lobberich zeigen. FOTO: Busch
Nettetal. Der SPD-Bundestagsabgeordnete sah sich auf Einladung der Fraktion Flüchtlingseinrichtungen in Nettetal an. Von Ludger Peters

Das vertrauensvolle und offenkundig weitgehend reibungslose Zusammenwirken hauptamtlicher Kräfte der Stadtverwaltung Nettetal mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern Flüchtlingsinitiativen hat den SPD-Bundestagsabgeordneten Udo Schiefner besonders beeindruckt. Der Kempener Politiker war auf Einladung der SPD-Fraktion angereist, um sich ein Bild kommunaler Flüchtlings- und Integrationsarbeit zu machen. "Die mit viel Weitsicht verfolgten Strategien der Stadt sind vorbildlich. Ich werde über die Nettetaler Arbeit in anderen Kommunen, auf Landes- und Bundesebene berichten", sagte er.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Renate Dyck hieß Schiefner zunächst am Caudebec-Ring in Lobberich willkommen. Dort erläuterte die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche das Bauprogramm der Stadt. Anstelle abgängiger Container hat die Stadt hier zwei Mehrfamilienhäuser in schlichter Bauweise errichtet. Schiefner imponierte, dass die Stadt gleich auch über eine andere Verwendung nachdachte - hier könnten bei Bedarf demnächst auch barrierefreie Wohnungen angeboten werden. Bei aller Umsicht in der Planung haben sich nach Angaben von Rudi Ucher (Nettebetrieb) ein paar Schwachstellen in dem etwas älteren Gebäude gezeigt. Beim zweiten Bau nebenan, der nun bezogen werden kann, sei das vermieden worden. Fritzsche berichtete, dass die Baugesellschaft Nettetal ebenfalls ein Mehrfamilienhaus plane, das in wahrer Rekordzeit von der ersten Idee über komplexe Förderanträge bis hin zur Bebauungsplanung umgesetzt hat.

Anschließend sah Schiefner sich in der erst kürzlich aufgebauten Kleiderhalle im Lobbericher Rosental um. In dem ehemaligen Ladenlokal der Firma Esch haben ehrenamtliche Kräfte der Flüchtlingshilfe eine umfangreiche und gut sortierte Einrichtung geschaffen, die Flüchtlinge mit Kleidung und anderen Dingen des täglichen Lebens ausstattet. 19 Männer und Frauen arbeiten hier. "Es ist bemerkenswert, wie schnell ehrenamtliche Bürger diese Einrichtung aufgebaut und in Gang gesetzt haben. Dass hier keine Miete genommen wird, ist eher eine Seltenheit", stellte Schiefner anerkennend fest.

Zum Abschluss sah er sich im ehemalige Hotel Majestic in Breyell um. Er nutzte die Gelegenheit, sich mit Vertretern der Flüchtlingshilfen und mit einigen Flüchtlingen, so es ging, auszutauschen. Die Fachbereichsleiterin Soziales, Ina Prümen-Schmitz, schilderte die Bemühungen der Stadt um Aufnahme und Integration der Flüchtlinge. Auch sie hob die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlern besonders hervor. Allerdings wachse die Sorge, wie Flüchtlinge künftig in der Stadt untergebracht werden können. Noch werden die Erstaufnahmen in der Hauptschule Lobberich und im Sport- und Erlebnisdorf des Landessportbundes in Hinsbeck angerechnet. Hinsbeck wird Ende Februar leer sein - mehr als 350 Plätze sind das. Die Stadt wird diese Zahl an Menschen dann in der Regelaufnahme verkraften müssen.

"Nettetals vorbildliches Konzept verdient es, der Bezirksregierung vorgetragen zu werden", sagte Schiefner abschließend. Die Kommunen insgesamt hätten die Aufgaben im Griff, man dürfe sie aber nicht alleinlassen. Die Politik auf Landes- und Bundesebene sei längst darin gefordert, dafür zu sorgen, dass "Unsicherheit und Angst beseitigt werden". Er habe festgestellt, dass viele Systeme nicht oder nur unbefriedigend miteinander vernetzt seien. Die Kommunikation untereinander müsse dringend verbessert oder überhaupt erst hergestellt werden. "Technisch ist so etwas möglich. Man muss es nur umsetzen, und zwar so schnell es überhaupt geht."

Quelle: RP
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