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Nettetal
Unterkünfte für Flüchtlinge sind im Bau

Nettetal. Die Stadt unterschreitet seit Monatsanfang die Zuweisungsquote. Sie rechnet mit der Ankunft weiterer Flüchtlinge. Neue Unterkünfte sollen zunächst Asylsuchenden, später allen Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung stehen Von Joachim Burghardt

Die Stadt Nettetal richtet sich darauf ein, dass die Zahl der Asylsuchenden steigt. "Es könnte wieder mehr Zuweisungen von Flüchtlingen geben", vermutet der Erste Beigeordnete Armin Schönfelder. Denn die Stadt fällt nun wohl deutlich unter die Quote für die Aufnahme von Asylbewerbern. Doch darauf sei die Stadt bestens vorbereitet - durch neue Unterkünfte. Und die könnten langfristig auch als sozialer Wohnungsbau dienen, erläuterte Schönfelder in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause.

Dramatische Veränderungen erwartet er nicht. "Wir haben insgesamt deutlich weniger Zuwanderungen", sagte Schönfelder. Die Abschottung der Balkanroute für Menschen auf der Flucht wirke sich bis in die Kommunen aus - dadurch kommen insgesamt weniger Flüchtlinge an. Dass die Stadt Nettetal dennoch mit einem Zuwachs rechnet, liegt auch an Umverteilungen innerhalb Nordrhein-Westfalens. "Bisher hat Nettetal eine Erfüllungsquote von 109 Prozent", führte Schönfelder aus. Denn die Belegung von Notunterkünften, für die das Land NRW zuständig sei, werde auf die Quote einer Kommune angerechnet. Das gilt etwa für das Feriendorf in Hinsbeck, aus dem nun die letzten der 140 Flüchtlinge abgezogen und auf reguläre Aufnahmequartiere verteilt würden. Dadurch sinke Nettetals Erfüllungsquote "auf deutlich unter 80 Prozent", so Schönfelder - was weitere Zuweisungen wahrscheinlich mache.

Derzeit leben in Nettetal Schönfelder zufolge rund 470 Flüchtlinge, für die die Stadt zuständig ist. Die meisten von ihnen wohnen in Gemeinschaftsunterkünften, knapp ein Viertel, nämlich 120 Menschen, leben in Privatwohnungen. Die Stadtverwaltung hält es für sinnvoller, wenn ein Drittel der Menschen privat untergebracht wäre. Doch das ließ sich gerade im vergangenen Jahr, als so unerwartet viele Flüchtlinge auf einmal zugewiesen wurden, nicht organisieren.

Im Gegenteil: Neue Gemeinschaftsunterkünfte mussten her, um wenigstens einigermaßen angemessenen Wohnraum bieten zu können. Zügig und vorausschauend wurde geplant, gebaut, saniert - und davon profitieren die Stadt und die Flüchtlinge nun. "In der Unterkunft Majestic in Breyell sind 95 Personen, da können wir nun 'entschlacken' auf 80 Personen", nannte Schönfelder ein Beispiel. Denn einige neue Unterkünfte sind schon bezugsfertig, bieten nicht nur Neuankömmlingen Wohnraum, sondern auch solchen Flüchtlingen, die bisher beengt wohnen mussten. Ursprünglich für Obdachlose gedachte und mittlerweile heruntergekommene Behausungen - etwa im Schmaxbruch - sollen dafür aufgegeben werden.

So ist die Unterkunft Vorbruch in Breyell, lange leerstehend und dadurch marode, für bis zu 45 Personen neu hergerichtet worden. Vier Familien sind schon eingezogen. "Der Nettebetrieb hat da tolle Arbeit geleistet", lobte Schönfelder. Die schlichten, aber durchaus schmucken Räumlichkeiten könnten langfristig auch als Sozialwohnungen vermietet werden, vielleicht gar an anerkannte Asylbewerber.

Als anderes Paradebeispiel gilt das Neubauprojekt Breslauer Straße, gleich neben den alten Notunterkünften ohne Heizungen, die später einmal aufgegeben werden sollen: Die acht Wohnungen darin, die ab Oktober zunächst von Flüchtlingen bezogen werden könnten, sollen den Standards des sozialen Wohnungsbaus entsprechen und sind gedacht für Menschen mit geringen Einkünften - für Alt-Nettetaler wie für Neu-Nettetaler, deren Asylantrag bewilligt wurde.

Quelle: RP
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