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Nettetal
Viele Einzelfaktoren sind der Hasen und Fasanen Tod

Pauschal gibt es keinen Grund für den dramatischen Rückgang von Niederwild. Übereinstimmend nennen Jagdpächter und Funktionäre mehrere Faktoren, die allerdings insgesamt wohl wirklich eine bedrohliche Auswirkung haben.

Der lang anhaltende, kalte und auch nasse Winter 2012/13 hat vielen Tieren und ihrem Nachwuchs schwer zugesetzt. Mittelfristig lassen sich nach Beobachtungen aus der Jägerschaft bereits Auswirkungen des Klimawandels im Niederwild festmachen. Verschiedene Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der Wildbiologie und Einflüssen durch nachweisliche klimatische Veränderungen.

Flurbereinigungen haben große, zusammenhängende Flächen geschaffen. Betriebe bauen immer häufiger großflächig Früchte wie Möhren, Porree oder auch Kartoffeln an. Die Folgen für das Wild sind verheerend: Keine Deckung, keine Möglichkeit mehr, Nachwuchs aufzuziehen. Grasflächen werden sechs bis siebenmal im Jahr gemäht, und zwar fast immer von außen nach innen: Tiere und ihr Nachwuchs haben keine Fluchtmöglichkeit.

Dabei geraten nach Angaben von Jägern mehr Tiere in die Messer als gejagt werden (könnten). Der Maschineneinsatz wird ständig optimiert. Sechsreihige Rübenernter sind auch nachts auf Feldern unterwegs, mit immer höherer Geschwindigkeit. Jäger klagen über "überzogenen Insektizideinsatz" und fürchten, dass möglicherweise Mittel im ungewollten Zusammenspiel toxische Wirkung entfalten könnten. Über gezielte Beprobungen sollen nachvollziehbare Aufschlüsse erarbeitet werden.

Frei laufende Hunde lassen Niederwild immer seltener zur Ruhe kommen, die Stressfaktoren gerade im Winterhalbjahr nehmen für die Tiere zu, weil es ganz schlicht immer mehr Menschen in die Natur hinaus zieht. An Ortsrändern wächst die Zahl wildernder Katzen.

Hermann-Josef Steger und Franz Ohlenforst gehen davon aus, dass ganz viele Faktoren, die alleine für sich keine nachhaltige Gefahr für das Wild darstellen, in der Bündelung mit anderen Einflüssen und Entwicklungen den Niedergang beschleunigen. "Uns wird jede Kleinigkeit bei der Jagd vorgeschrieben, ob sinnvoll oder nicht, gerade von den Grünen. Ich sähe mal gerne, wie Umweltminister Remmel reagiert, wenn er nach einer Grasmahd mal sähe, was da unters Messer geraten ist", sagt Ohlenforst.

(lp)
 
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