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Nettetal
Vor dem Fest noch schnell zum Markt

Nettetal: Vor dem Fest noch schnell zum Markt
Die Auswahl an den Marktständen ist groß und meist frisch. Stammkunden kaufen hier gerne ein. Viele bestellen Ware und entgehen dem Fest-Stress. FOTO: ivb
Nettetal. Wer auf dem Wochenmarkt einkauft, hat für das Weihnachtsfest bereits vorgesorgt. Geflügel und anderes Fleisch, Fisch oder andere Produkte werden meist bestellt und kurz vor dem Fest abgeholt. Dennoch - die Zahl der Kunden nimmt stetig ab. Von Inge von den Bruck

Am Frischgeflügel-Verkaufswagen von Wilhelm Coenen aus Niederkrüchten stehen überwiegend weibliche Kunden an. "Ich besorge hier meinen wöchentlichen Fleischeinkauf, um meine Tiefkühltruhe wieder aufzuladen", sagt eine eilige Hausfrau. Sie nimmt schnell noch zehn Eier mit. Dann geht sie zielstrebig weiter zum Gemüse- und Obststand. Ihren Ehemann hat sie heute auf den Markt mitgebracht, "aber nicht zum Tragen", beteuert sie. Es gibt ein Parkplatzproblem donnerstags, wenn Markt in der Stadt ist.

Der Marktplatz in Kaldenkirchen, der sinnigerweise den Namen trägt, aber Stellfläche für Fahrzeuge ist und nicht für den Wochenmarkt sehr gut gefüllt. Man fragt sich jedoch, wo die Autofahrer sind, die ihren Wagen hier abgestellt haben. Auf dem Wochenmarkt nur wenige Schritte weiter in der Klostergasse sind die Automobilisten auf jeden Fall nicht. Er ist an diesem milden Morgen im Dezember nach Besuchern doch eher überschaubar.

Gemüsehändler Johannes Stroetges aus Brüggen bringt es auf den Punkt. Er fahre die Wochenmärkte in der Region regelmäßig mit seinem Gemüsestand ab, erzählt er. Aber bald seien die Wochenmärkte generell verschwunden, meint er etwas traurig. In der letzten Zeit sei auch bei ihm weniger gekauft worden. Die Zahl der Kunden auf den Märkten nehme kontinuierlich ab.

Iris Scheik aus Bracht hat dafür eine Erklärung. "Ich bin ein aussterbendes Relikt, das noch die Wochenmärkte besucht. Aber heutzutage sind die jungen Frauen zu dieser Zeit berufstätig und gehen abends oder am Nachmittag schnell mal in den Supermarkt", vermutet sie.

Ein bisschen verwunderlich ist das schon. Frische und Qualität, Ware direkt vom Erzeuger - damit wird doch gerne geworben. Und viele jüngere Menschen sind doch sehr gesundheitsbewusst. Aber am Ende geht es dann doch wohl nur um den möglichst geringen Preis und vor allem um den Komfort beim Einkaufen, gerade wenn man berufstätig ist. Abend- oder Nachtmärkte sind seltene Experimente, ob sie eine Chance haben, bleibt abzuwarten.

Für die anstehenden Weihnachtstage haben die meisten Besucher des Wochenmarktes schon eingekauft. Gelassenheit und vorausschauende Planung zeichnet jene aus, die hier unterwegs sind. "Ich mache das nicht auf den letzten Drücker", sagt eine Frau. "Die Leute haben Ente, Gans und Co. schon bestellt. Sie kommen dies am letzten Tag vor dem Fest abholen", erzählt Eva-Maria Ick vom Breyeller Geflügelhändler Gisbertz. Die Umsätze sind schon recht deutlich auf das Weihnachtsfest ausgerichtet. Das hat auch Lothar Clemens aus Niederkrüchten erfahren und hat für nächste Woche schon jede Menge Fleisch-Vorbestellungen registriert.

Am Gemüsestand fällt ein männlicher Kunde aus dem Rahmen der sonst üblichen Kunden. Er ist hier vorübergegangen und hat den Markt zunächst nur einfach so zur Kenntnis genommen. Doch lockte ihn dann der Blick in die Auslage an den Stand und zum Spontan-Einkauf. "Das hier ist eher zufällig", sagt er. Ihn hat der Anblick von Endivien angezogen und jetzt verspürt er richtig Lust auf den Salat mit Kartoffeln und Specksoße. "Das gibt es bei uns heute Mittag zum Essen", sagt er augenzwinkernd. Schön, dass es für solche Spontan-Einkäufe die Wochenmärkte auch noch gibt.

Quelle: RP
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