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Nettetal
Walzenwerk Jülke geht selbst in Insolvenz

Nettetal. Die "Walzenwerk Jülke Lobberich Eins GmbH & Co. KG" hat beim Amtsgericht Krefeld die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Damit will die Geschäftsführung dem Betrieb über einen Insolvenzplan die Zukunft sichern. Vorläufiger Sachwalter ist der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus von der Kanzlei Kebekus & Zimmermann. Die Geschäftsführung holte den Dresdner Sanierungsfachmann Jörg Spies als weiteren Geschäftsführer hinzu.

Nach Angaben der Kanzlei Kebekus & Zimmermann hatte das Unternehmen zum Jahresende "das Risiko einer existenzbedrohenden Krise" erkannt. Angesichts rückläufiger Absatzmärkte gaben die Umsätze erheblich nach. Bereits eingeleitete Kostensenkungen fingen die Probleme nicht auf, zumal ein Personalabbau aus Kostengründen nicht darstellbar war.

Das Sanierungskonzept will das Unternehmen über einen Insolvenzplan finanz- und betriebswirtschaftlich umfangreich stabilisieren. Dazu dürften auch Entlassungen gehören, im Durchschnitt sind in dem Unternehmen 60 Mitarbeiter beschäftigt. In der Mitteilung heißt es, dass "die Personalstruktur und wesentliche Positionen der allgemeinen Betriebsaufwendungen an die zukünftig planbaren Umsätze angepasst werden". Die Geschäftsführer und Gesellschafter hätten entschieden, den Hindernissen, die einer Sanierung außerhalb eines förmlichen Verfahrens entgegenstehen, über ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung mit Insolvenzplan zu begegnen. Zugleich sollen die Voraussetzungen für eine Beteiligung von Investoren geschaffen werden.

Der Geschäftsbetrieb ist durch die angeordnete vorläufige Sachwaltung nicht eingeschränkt, sondern wird in vollem Umfang aufrechterhalten, heißt es weiter. Die Walzenwerk Jülke Lobberich Eins GmbH & Co. KG, als Nachfolgegesellschaft der Firma Walzengießerei & Hartgußwerk Dieter Jülke e.K., fertigt und veräußert im Rosental in Lobberich Bauteile und Spezial-Walzen für Stahlunternehmen, insbesondere für Rohrproduzenten.

Gegründet wurde das Familienunternehmen 1966 als "Walzengießerei und Hartgußwerke Dieter Jülke e. K.". Dieter Jülke starb im August vergangenen Jahres. Danach wurden die Walzendreherei Jülke Lobberich GmbH und die Walzenwerk Jülke Lobberich Eins GmbH & Co. KG gegründet und das gesamte Vermögen der Walzengießerei und Hartgußwerke Dieter Jülke e. K. dann in die Walzenwerke Jülke Lobberich Eins GmbH & Co. KG eingebracht.

(lp)
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