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Nettetal
Weiterhin zu wenig Personal für Grünschnitte in der Stadt

Nettetal. Was lange währt: "Hier war alles von Brennnesseln und Brombeeren überwuchert, sieben Wochen hat es gedauert, bis die Stadt den Weg freigeschnitten hat", erzählt Willi Roosen. Der 70-Jährige steht am Fuß- und Radweg, der ums Wohngebiet Breslauer Straße führt: Vom dicht bewachsenen breiten Randstreifen zwischen Weg und Feld ist ein knapper Meter beschnitten. "Für Radfahrer war hier kaum ein Durchkommen, und für Leute mit Kinderwagen schon gar nicht, das ging den ganzen Sommer über", klagt Roosen, dessen Grundstück direkt an den Weg grenzt. Anfang August habe er sich deshalb an die Stadt gewandt, man habe ihn an den Bauhof verwiesen: "Dort habe ich noch zwei Mal angerufen, immer hieß es, man kümmere sich drum, aber Wochen lang ist nichts passiert."

Im Rathaus wurden Roosens Anrufe sehr wohl registriert: "Das hat man im Bauhof durchaus ernst genommen, aber es war keine Gelegenheit, eher zu handeln", sagt Stadtsprecher Jan van der Velden. Priorität hätten im Sommer Pflege und Schnitte von Anlagen an Schulen, Kindergärten und Spielplätzen gehabt: "Danach ist der Bauhof zur Breslauer Straße gefahren."

Das Problem ist nicht neu, dass die Stadt mit anstehenden Pflegeschnitten nicht nachkommt: "Handlungsbedarf in Bezug auf eine verbesserte Grünpflege" wird im Grünflächenkonzept 2015 angemahnt. Heike Meinert vom Grünflächenamt verwies des Öfteren auf den "sehr knappen Personalbestand" und dass "zusätzliche Mittel" vonnöten seien.

Roosen und seine Nachbarn hätten früher, wenn der Weg überwuchert war, in Eigeninitiative gemäht, erinnert sich der Rentner. Doch einige der Nachbarn seien alt oder wohnten nicht mehr da. Bei der Stadt deutet man zwar an, dass man in solchen Fällen nichts gegen Eigeninitiative hätte - van der Velden: "Aber das wäre Privatsache der Bürger, wir können schon aus versicherungstechnischen Gründen nicht dazu ermuntern."

(jobu)
 
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