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Nettetal
Werner-Jaeger-Halle: Theater bis 2018?

Nettetal. Über die Zukunft der Kulturstätte, die auch als Aula fürs Gymnasium dient, beraten heute die Ausschüsse für Kultur und für Schule in einer Sondersitzung. Die Stadt bemüht sich um Fördergelder aus Berlin für die Sanierung der Halle Von Joachim Burghardt

In Nettetal ist die Entscheidung in Sachen Werner-Jaeger-Halle noch nicht gefallen. Allerdings nimmt man sich in der Seenstadt auch Zeit: Denn ob die Kulturstätte nun saniert oder neu gebaut wird, darüber will man mit aller Gründlichkeit entscheiden, geht es doch um Kosten von mehreren Millionen Euro. Heute Abend tagen deshalb gleich zwei Ausschüsse in Lobberich in einer gemeinsamen Sondersitzung.

"Das Dach ist eine abenteuerliche Konstruktion", zwar bestehe "keine akute Gefahr", mit Sanierung oder Neubau solle man aber "spätestens 2016 beginnen", hatte Nettetals Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche noch im Dezember 2014 gewarnt. Es folgten bereits Überlegungen, welche Ausweichspielstätten fürs Theater während der Bauphase infrage kämen. Mittlerweile sieht man die Situation gelassener, hat die Meinungen von Experten wie Architekten und Ingenieuren gehört - und will nichts überstürzen: "Die Theater-Spielzeit 2017/2018 wird wohl noch in der Werner-Jaeger-Halle stattfinden", prophezeit darum Renate Dyck (SPD).

Die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Städtepartnerschaften, der heute zusammen mit dem Ausschuss für Schule und Sport über die Zukunft der Halle berät, die gleichzeitig dem Werner-Jaeger-Gymnasium als Schulaula dient, warnt vor übertriebener Eile: "Das Dach wird wohl hoffentlich nicht morgen einstürzen." Aktuell gehe es Politik und Verwaltung auch um die Kostenfrage: "So oder so müssen wir viel Geld in Hand nehmen."

Geld freilich will man in Nettetal nicht mehr als nötig und möglich ausgeben und müsste hohe Summen langfristig finanzieren. Nachdem kaum Aussichten auf Förderungen des Projekts durchs Land NRW bestehen, kamen neue Möglichkeiten ins Spiel - die Reizworte und Hoffnungsträger tragen die Kürzel ÖPP und PPP. Dahinter stecken die beiden Bundesministerien für Finanzen sowie für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, die 2008 Pate standen bei der Gründung einer Beratungs-Einrichtung für öffentliche Auftraggeber mit Sitz in Berlin.

"Die ÖPP Deutschland AG (Partnerschaften Deutschland) ist das unabhängige Beratungsunternehmen für öffentliche Auftraggeber zur Förderung Öffentlich-Privater Partnerschaften (ÖPP)", erklärt man in Berlin den Sinn der Einrichtung. Die Stadt Nettetal bemüht sich nun darum, ÖPP-Unterstützung für Sanierung oder Neubau der Werner-Jaeger-Halle zu erhalten. Kulturdezernent Armin Schönfelder war deshalb kürzlich in Berlin, mögliche ÖPP-Modelle sollen in der heutigen Sitzung vorgestellt werden.

Für Dyck, bekannt als Kulturliebhaberin und oft gesehener Gast bei Theateraufführungen, eine sinnvolle Sache: "Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, da ist man sich auch in der Arbeitsgruppe aus Politik und Verwaltung über die Zukunft der Werner-Jaeger-Halle einig." Dabei sei noch offen, ob es letztlich auf eine Sanierung oder einen Neubau der betagten Halle aus dem Jahre 1974 hinausläuft, auch wenn "eine Tendenz zur Sanierung" spürbar sei. Als Ausschussvorsitzende müsse sie dafür plädieren, jede Variante gründlich zu prüfen.

Was die Kosten anbelangt, sollen heute Abend Zahlen auf den Tisch kommen. So heißt es in den Sitzungsunterlagen, dass für eine vernünftige Sanierung "fixe Kosten in einer Größenordnung von rund 3,8 Millionen Euro anfallen". Schon angesichts solcher Kosten will man sich in Nettetal genug Zeit lassen bei der Planung - damit nicht hinterher wie in Berlin oder Stuttgart alles länger dauert und alles teurer wird.

Quelle: RP
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