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Nettetal
WIN: Umbau des Kneppenhofs ohne Erlaubnis

Nettetal: WIN: Umbau des Kneppenhofs ohne Erlaubnis
Ob der Kneppenhof wie beantragt zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden darf, wird am Mittwoch mit Eigentümer und Bauaufsicht beraten. FOTO: Busch
Nettetal. Die Stadt relativiert den Vorwurf. Eine Nutzungsänderung sei beantragt, um die ehemalige Diskothek zur Flüchtlingsunterkunft umzubauen. Dies werde kommenden Mittwoch beraten Von Christina Böttner

Die Diskussionen um den Kneppenhof in Glabbach gehen weiter. Nachdem sich der Nettetaler Stadtrat in einer Sondersitzung im April mit großer Mehrheit für die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Diskothek "De Knepp" ausgesprochen hat, kämpft die WIN-Fraktion erneut dagegen. Sie hatte sich damals dagegen ausgesprochen, dass die Stadt den Kneppenhofs anmietet, um Asylbewerberheim unterzubringen. Nach einer Ortsbegehung auf Einladung der Interessengemeinschaft Glabbacher Einwohner ließ Hajo Siemes, Vorsitzender der Wählergemeinschaft Wir In Nettetal (WIN), verlauten: Der Hof würde bereits umgebaut, ohne dass eine Genehmigung für die Nutzungsänderung vorläge. "Dies ist ein Verstoß gegen den bislang bestehenden Bebauungsplan", heißt es in der Mitteilung.

Die Stadtverwaltung räumt ein, dass "die Nutzungsänderung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorliegt, sie aber beantragt ist", sagt Armin Schönfelder, Erster Beigeordneter der Stadt Nettetal und ergänzt: "Die Eigentümer haben die Nutzungsänderung noch etwas nachgebessert. Darüber wird am kommenden Mittwoch zusammen mit der Oberen und Unteren Bauaufsicht beraten." Zudem betont Schönfelder, dass es keine Bedenken geben wird. "Wir begleiten das Projekt sehr eng. Wir gehen davon aus, dass es baurechtlich in Ordnung ist", sagt der Erste Beigeordnete.

Dies bedeutet: Da der Eigentümer bereits umbaut, macht er das auf eigenes Risiko. Sollte die Nutzungsänderung nicht bewilligt werden, müsse er wieder zurückbauen, erläutert Schönfelder. "Doch dazu wird es sicherlich nicht kommen."

Darüber hinaus wirft die WIN-Fraktion dem Eigentümer vor, dass "sogar sonntags" auf dem Gelände des Kneppenhofs gearbeitet würde. Schönfelder: "Dazu kann ich derzeit nichts sagen, ich werde den Vorwurf aber prüfen lassen und - wenn erforderlich - Maßnahmen einleiten."

Die ehemalige Diskothek und die Betriebsleiterwohnung sollen künftig bis zu 120 Flüchtlingen als Unterkunft dienen. Deshalb soll der Kneppenhof zügig umgebaut werden. Hauptsächlich sollen dort Familien in mehreren Wohneinheiten untergebracht werden. Gegen diesen Plan hatten im Frühjahr bereits Anwohner aus Glabbach protestiert. Denn ursprünglich sollten 200 Menschen - vornehmlich alleinstehende junge Männer - untergebracht werden. Für die neue Variante mit höchstens 120 Asylbewerbern stimmte der Rat mit 32:11 Stimmen. Die Nein-Stimmen stammten hauptsächlich von Ratsmitgliedern aus Hinsbeck und aus der WIN-Fraktion.

Quelle: RP
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