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Nettetal
Wo, bitte, geht's nach Nettetal?

Nettetal: Wo, bitte, geht's nach Nettetal?
Die A 40 wird ab Mittwochmorgen in Fahrtrichtung Duisburg gesperrt. FOTO: ddp
Nettetal. Der Neubau der A 61 stellt Landesbetrieb und Stadt vor schwerwiegende Probleme: Wie schildert man eine Kunststadt aus, die aber über eine Stadtautobahn verfügt? Die Navisysteme werden auf eine harte Probe gestellt. Von Ludger Peters

Wenn der Deutsche ein Schild aufstellt, dann geht er nicht etwa zum Schildermaler und erteilt ihm den Auftrag. Das wäre zu simpel. Für Schilder gibt es allgemeingültige Normen und weitreichende Festlegungen. Wichtig ist festzulegen, was alles nicht darf.

Das macht zwar denjenigen, die anderen den Weg weisen möchten, die Arbeit schwer. Aber am Ende hat alles seine Ordnung. Ob das Schild zielführend ist – na ja, wenn's sein muss, kann man auch darüber mit sich reden lassen.

Der nahende Bau der Autobahn 61 bei Kaldenkirchen hat eine in Nettetal immer wieder einmal aufflammende Diskussion neu entfacht: Wie findet der Ortsunkundige nach Nettetal, wie kann man ihn ohne Umwege ins Ziel führen?

Große Verwirrung

Die A 61 ist Nettetals Stadtautobahn. Das wissen die Nettetaler und die meisten Autofahrer aus der näheren Umgebung. Dann aber hört das Wissen darum auf, dass – aus Richtung Viersen – "Nettetal" die erste Ausfahrt ist und "Kaldenkirchen-Süd" sowie "Kaldenkirchen" auch Nettetaler Autobahnanschlüsse ausschildert. Vertrackt wird es, weil demnächst zwischen Kaldenkirchen und Schwanenhaus eine vierte Anschlussstelle gebaut wird. Verwirrend aus niederländischer Sicht kommt hinzu, dass in Gegenrichtung noch eine einsame Torsoausfahrt "Breyell" existiert.

Ins Bild der sorgsamen Beschäftigung mit der Beschilderung passt, dass Behörden mehrerer Ebenen und Politik es am Ende auf zehn Variationen gebracht haben, wie Nettetal sich in der Autobahnbeschilderung darstellen wird. Der Landesbetrieb lehnt alle Formen von "Nettetal" oder "N." mit Stadtteilhinweis (Nettetal-Lobberich, N.-Leuth) ab.

Keine Gnade finden auch Schilder wie "Nettetal-Mitte", weil die "Mitte" auf Autobahnschildern nur größeren Städten zugebilligt wird. Man sollte nicht nach den Gründen fragen. Es gibt bestimmt gleich mehrere.

"Venete" (für den künftigen Gewerbepark), "Schwanenhaus" und "Heidenend" lehnen die Heimatforscher unter den Schilderbeauftragten auf Landesebene ab. Dafür brachten sie "Erbenkamp" für den Grenzübergang bei Tegelen in die Debatte. Den kennt außer den dort ackernden Landwirten zwar keiner, das fand der Landesbetrieb aber schön zweckmäßig. Ob allerdings ein Autofahrer mit dem Verkehrshinweis "Stau am Grenzübergang Erbenkamp" etwas hätte anfangen können, bleibt dahingestellt.

Nun, die Nettetaler haben versucht, auch etwas einfließen zu lassen: Von Süchteln aus gesehen, heißen die Anschlussstellen künftig Nettetal-Süd, Nettetal-West, Kaldenkirchen, Nettetal-Nord und der Grenzübergang "Grenzwald". Dafür bleibt es in Gegenrichtung bei "Breyell". Dem geneigten Autofahrer seien daher Kompass, Karte und etwas Verpflegung anempfohlen. Sein Navi wird ohne Update verrückt spielen, und nach den Ausfahrten gibt es sowieso seit Generationen schon kein Hinweisschild mehr auf "Nettetal".

Quelle: RP
 
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