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Nettetal
Zeitreise auf den Spuren von Buddy Holly

Nettetal: Zeitreise auf den Spuren von Buddy Holly
Ein nimmermüdes Energiebündel im Dauereinsatz: Frontsänger Gordon Hemming war auf der Bühne der Werner-Jaeger-Halle immer in Bewegung. FOTO: Jörg Knappe
Nettetal. Einst hatten Musiker in einem Musical die Geschichte des Buddy Holly erzählt. Nun lieferte die Band Buddy in concert mit dem neuen Frontsänger Gordon Hemming in Lobberich eine energiegeladene Show Von Angela Wilms-Adrians

Einfach nur ausruhen und entspannt zurücklehnen? Das gab es nicht bei der "Buddy in concert - Rock 'n' Roll-Show" in der Werner-Jaeger-Halle. Hier wurde Action verlangt und gerne gegeben. "Wir wollen kein nettes freundliches Publikum. Wir wollen hier echte Rock 'n' Roller. Wollt ihr das auch?", rief Gordon Hemming in den Saal der ausverkauften Halle. Hemming ist Frontsänger der Band Buddy in concert, die sich dem Beat des Rock 'n' Roll, insbesondere der Musik des Buddy Holly und seiner Freunde, verschrieben hat. Die Bühne lag noch halb im Dunkel. Ein fahler Blauton ließ die Silhouette des Schlagzeugers Uwe Plociennik erkennen - da gaben Hemming, Jens Holm und Dirk Posner den Song "Peggy Sue" erst einmal a capella. Mit dem Schriftzug "Buddy" flammte das Spiel des Drummers auf. Nun gaben die drei Sänger am Bühnenrand Gas, und das Publikum klatschte spontan mit.

"Wir haben viele Songs von Buddy, die großen und auch die kleineren sowie die von seinen Freunden", versprach Hemming, ein nimmermüdes Energiebündel im Dauereinsatz. Der Mann sang, kickste, spielte Gitarre, tanzte, steppte den Rhythmus und war immer in Bewegung. Platz zum Tanzen geben die Stuhlreihen in der Halle natürlich nicht her, doch Hemming zeigte, wie auch da mit gelupftem Hosenbein ein Twist möglich ist. Bei der flotten Moderation spielten sich die Musiker die Bälle zu. Dirk Posner, der Mann am Kontrabass, instruierte für das Rock 'n' Roll-Fitness-Programm. Das bedeutete: Aufspringen, Tanzen, Jubeln. Beim ersten Versuch gaben sich die Lobbericher schon wacker, im zweiten Ansatz hätten sie bereits die versprochenen Stempel für das Bonusheft der Kassenpatienten verdient.

Ein Könner am Schlagzeug und ein schelmischer Spaßvogel obendrein ist Uwe Plociennik. Der gab den Rhythmus pulsierend fordernd, heizte den Zuhörern aber auch mit markanter tiefer Stimme ein. Jens Holm rundete das temperamentvolle Herrenquartett ab - als Sänger, Gitarrist und für eine Runde am Schlagzeug. Denn im abgewandelten Stühlchen-wechsel-dich-Spiel tauschten die Musiker für einen Song die Instrumente - bei gleichbleibender Dynamik und elektrisierender Wirkung. Kora Rohr, an diesem Abend einzige Dame in der Band, mischte den Sound mit dem Saxophon auf.

Das Outfit war mit glitzernden Smokings bei den Herren und Petticoat bei Rohr wie auch die Ausstattung mit Mikrofonen im alten Stil standesgemäß. Die Musiker rockten "around the clock", ließen das Herz zum "Heartbeat" pochen und den Twist aufleben. Im Cowboy-Outfit begab sich die Band auch optisch in das verschlafene texanische Lubbock, wo Buddy Holly aufwuchs. Ironisch persiflierte Hemming zur Musik von Morricone die Reise in eine Zeit, "als die Uhren noch langsamer gingen, die stolze Stadt Düsseldorf ein kleines Fischerdorf am Rande von Nettetal war und das I-Pad noch Mundharmonika hieß".

Zum Country-Sound mit dem typischen Klang des Banjos ritt Posner auf seinem Kontrabass zum Spiel. Weiter ging es nach Mexiko, wo Rohr mit schriller Stimme zum quirligen "Speedy Gonzales" die schimpfende Mäusedame Rosita aufleben ließ. Elektrisierend erklang die Musik des King of Rock 'n' Roll Elvis Presley. Der Einstieg nach der Pause war überraschend beschaulich, betont durch den Glockenspieleinsatz. "Auch das ist Rock 'n' Roll", riefen die Musiker, um gleich darauf mit "Let's twist again" und "Sexy Hexy" wieder auf Beine und Hände zu zielen. Am Ende sprangen die Besucher zum begeisterten Beifall von den Sitzen auf.

Quelle: RP
 
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