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Nettetal
Zoll in Leuth bedient jetzt Privatkunden

Nettetal: Zoll in Leuth bedient jetzt Privatkunden
Wer in China, den USA oder Russland bestellt und in Nettetal, Niederkrüchten oder Brüggen wohnt, muss seine Pakete künftig nicht mehr in Mönchengladbach abholen, sondern in der neuen Zollpoststelle Schwanenhaus in Nettetal. FOTO: Knappe
Nettetal. Amazon, Ebay & Co. machen's möglich: Immer mehr Menschen bestellen Waren per Internet aus Übersee. Von heute an kann man seine Pakete im Zollamt Schwanenhaus in Nettetal abholen. Damit sollen Kunden weite Wege erspart werden Von Emily Senf

Wer aus dem Westkreis beispielsweise über das Internet Waren außerhalb der Europäischen Union bestellt, muss für die Abholung künftig nicht mehr bis zum Zollamt in Mönchengladbach fahren. Ab heute fertigen die Beamten im Zollamt Schwanenhaus im Nettetaler Stadtteil Leuth neben gewerblichen Gütern auch private Postsendungen ab. Damit habe man den Bürgern weite Wege ersparen wollen, sagt Sprecher Rainer Wanzke vom Hauptzollamt in Krefeld.

Seit 1994 ist das Schwanenhaus am Deller Weg, direkt an der Grenze zu den Niederlanden nur wenige Kilometer von Venlo entfernt gelegen, ein Binnenzollamt. "Das Konzept sah damals als Dienstleister für die regionale Wirtschaft lediglich die Zollabfertigung von gewerblichen Gütern vor", sagt Wanzke. Darum mussten die Bürger aus dem Westkreis bislang ihre Postsendungen aus dem EU-Ausland in Mönchengladbach abholen und dort gegebenenfalls versteuern.

Aufgrund des steigenden Internethandels wolle man den Bürgern mit der neuen Postzollstelle im Schwanenhaus entgegenkommen, sagt der Sprecher. Davon profitieren die Städte Nettetal und Kempen sowie die Gemeinden Niederkrüchten, Brüggen und Grefrath (siehe Info-Kasten). Auf diese Gebiete entfallen im Zollamt in Mönchengladbach bisher von den 2000 bis 3000 dort täglich ankommenden Sendungen etwa 15 Pakete. "Wir rechnen damit, dass die Zahlen weiter steigen", sagt Wanzke.

Innerhalb der EU können Kunden auch im Internet wie in Deutschland einkaufen, sagt der Zollamt-Sprecher. Erst wer in einem sogenannten Drittland shoppt, muss je nach Höhe der Rechnung hierzulande noch Steuern bezahlen. Liegt der Gesamtwert der Sendung demnach unter 22 Euro, kommt nur bei Produkten wie Alkohol, Tabak, Kaffee und Parfüm eine Verbrauchssteuer hinzu. Bei einem Wert bis 150 Euro ist zudem eine Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten (entspricht der Mehrwertsteuer in Höhe von sieben oder 19 Prozent), bei einem Betrag über 150 Euro fällt außerdem ein Zollsatz an, der sich nach Art und Preis der Ware richtet. "Waffen, Rauschgift und Markenfälschungen sind immer verboten", sagt Wanzke. Dafür machen die Beamten Stichproben.

Grundsätzlich kommen die Pakete zunächst im Hauptzollamt in Frankfurt an und werden von dort auf die Zollämter in den Bundesländern verteilt. Im Raum Viersen waren das bislang Mönchengladbach, Neuss und Krefeld-Uerdingen. Bei den Kunden landet kurze Zeit später eine grüne Karte im Briefkasten, damit können sie die Sendung abholen. "Gegebenenfalls müssen sie das Paket im Beisein eines Beamten öffnen und nachbezahlen", erklärt Wanzke.

Derzeit sind im Zollamt Schwanenhaus 13 Mitarbeiter beschäftigt. Für die neue Poststelle wird es zunächst keine zusätzliche Unterstützung geben. "Für die Mitarbeiter bedeutet das Mehrarbeit", sagt Wanzke. "Wir hoffen, vielleicht in absehbarer Zeit mehr Personal zu bekommen." Um lange Wartezeiten zu vermeiden, rät der Sprecher, sich schon vor dem Kauf mit den Einfuhrbeschränkungen und -verboten auseinanderzusetzen.

Quelle: RP
 
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