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Neukirchen-Vluyn
580 Flüchtlinge sind aktueller Stand

Neukirchen-Vluyn. Das Thema Flüchtlinge stand gestern im Mittelpunkt der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses in Neukirchen-Vluyn. Die Verwaltung nahm ausführlich Stellung zum aktuellen Stand der Dinge, nachdem die SPD-Fraktion sich schriftlich beklagt hatte, man erfahre zu wenig über Hintergründe und müsse manches der Presse entnehmen.

Unklar sei etwa, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Günter Zeller, wie es um die umstrittene Anmietung einer Flüchtlingsunterkunft durch die Stadt Moers an der Wiesfurthstraße in Neukirchen stehe. Man höre von den beiden Bürgermeistern unterschiedliche Darstellungen. Und wie stehe es mit den "Kompensationen", von denen der Moerser Bürgermeister gesprochen habe?

Harald Lenßen, Bürgermeister von Neukirchen-Vluyn, gab zu Protokoll, sein Amtskollege Christoph Fleischhauer habe Kompensationen versprochen. Ein weiteres Gespräch sei bereits terminiert. Lenßen vermied scharfe Töne, offensichtlich, um das Verhältnis zum Nachbarn nicht zu belasten.

Dagegen äußerten sich manche Ausschussmitglieder offen verärgert über den Coup der Moerser Verwaltung: Diese hatte ein Gebäude auf dem Gelände des Christlichen Jugenddorfes an der Wiesfurthstraße zur Unterbringung minderjähriger Flüchtlinge angemietet. An diesem Haus hatten auch die Stadt Neukirchen-Vluyn Interesse gezeigt (unsere Zeitung berichtete).

"Die Stadt Moers versucht ihre Probleme zu lösen, indem sie diese in andere Kommunen exportiert", schimpfte der CDU-Vorsitzende Dr. Heiko Haaz und erklärte, seine Fraktion sei enttäuscht über alle Moerser Akteure - und damit seien wirklich ALLE gemeint. Letzteres dürfte ein Wink an die CDU-Fraktionsmitglieder im Moerser Rat gewesen sein.

Wie Bürgermeister Lenßen mitteilte, leben in Neukirchen-Vluyn zurzeit 580 Flüchtlinge. Anfang des Jahres habe sich die Situation der Zuweisungen entspannt, durch einen Vertrag mit der Peach-Gruppe, den Besitzern der einstigen Nau-Häuser, ist auch die Unterbringung der Menschen fürs erste gesichert. Am Kiefernweg und an der Leibnizstraße werden Wohnungen angemietet (wir berichteten). Der nächste Schritt ist der Bau von zwei Schlichtbauten an der Jahnstraße, am Ende sollen an einem anderen Standort noch zwei hinzukommen.

Harald Lenßen nahm auch Stellung zur Frage, ob die Stadt nicht der Tafel helfen könne, die im September ihre Domizil am Bendschenweg verliert. "Wir suchen etwas Geeignetes, haben aber noch kein Ergebnis", sagte der Bürgermeister. Er tue sich schwer damit, Zwischenstandsmeldungen zu geben, die sich am Ende als hinfällig erweisen könnten.

(s-g)
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