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Neukirchen-Vluyn
A40: Übermüdung führt zu Horror-Unfall

Neukirchen-Vluyn. Zwei Menschen starben, sieben wurden zum Teil schwer verletzt, als auf der A40 am frühen Samstagmorgen ein Kleinbus auf einen Sattelschlepper prallte. Die Aussage des Bus-Fahrers lässt darauf schließen, dass er eingenickt war. Von Stefan Gilsbach

Übermüdung am Steuer hat offenbar am Samstag zu dem furchtbaren Verkehrsunfall auf der A40 in der Nähe von Neukirchen-Vluyn geführt. Ein Kleinbus war gegen 4.10 Uhr aus zunächst unbekannten Gründen auf einen Sattelschlepper geprallt. Dabei starben zwei der neun Menschen, die im Bus mitfuhren, die anderen Insassen wurden schwer verletzt. Der Fahrer des Sattelschleppers erlitt einen Schock. Ein Notfallseelsorger musste ihm beistehen.

Wie die Moerser Feuerwehr mitteilte, war die Fahrgastzelle des Kleinbusses stark eingedrückt, die Verletzten mussten mit Spreizer- und Rettungsschere aus dem Wrack befreit werden. Sieben Notärzte waren alarmiert worden, doch sie konnten nicht verhindern, dass zwei der Verunglückten, eine 33-jährige Frau und ein 21-jähriger Mann, noch an der Unfallstelle starben. Die übrigen Unfallopfer wurden mit einem Hubschrauber und mit Rettungswagen in mehrere umliegende Krankenhäuser gebracht: nach Kempen, Moers, Kamp-Lintfort, Duisburg und Nimwegen. Sie sind inzwischen alle außer Lebensgefahr, erklärte die Polizei gestern.

Die Insassen des Busses - es handelt sich um einen Renault Trafic - sind polnische Staatsbürger. Sie waren von Südfrankreich über Belgien heim nach Polen unterwegs. Zwei Kleinkinder, wie zunächst berichtet, sind nicht darunter, aber ein zwölfjähriges Mädchen und ein 13 Jahre alter Junge. Außerdem saßen in dem Fahrzeug drei Männer im Alter von 24, 31 und 32 Jahren und eine 45-jährige Frau.

Am Steuer des Kleinbusses saß ein 22-Jähriger, der inzwischen vernommen werden konnte. Er sagte aus, dass er seit 18 Uhr am Vortag den Bus gesteuert habe. Die Polizei hält es für schlüssig, dass der Mann aus Übermüdung beim Fahren einnickte und so den fatalen Unfall auslöste. Sein Führerschein wurde inzwischen sichergestellt und eine Sicherheitsleistung erhoben.

Der Fahrtenschreiber des Sattelschleppers, der eine rumänische Zulassung hat, wurde ausgewertet. Danach hatte der Lkw-Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls ein normales Fahrtempo eingehalten.

Bereits am Samstag hatten die Sicherheitskräfte angekündigt, eine Ermittlungskommission werde sich um die Identifizierung der Verunglückten und um die Unfallursache kümmern. Gestern hieß es aus Düsseldorf: "Die Beweissicherung am Bus und am Sattelauflieger wurden durch das Verkehrsunfallaufnahme-Team durchgeführt und sind derzeit noch nicht abgeschlossen."

Der Fahrstreifen der A40 in Richtung Dortmund musste bis etwa 9.30 gesperrt werden. Staus bildeten sich bis zu maximal zwei Kilometer Länge. Den Sachschaden des Unglücks beziffert die Polizei mit rund 50.000 Euro.

Am Freitagnachmittag hatte sich bereits auf der A57 ein spektakulärer Unfall mit zwei Autos ereignet. Ein Auto überschlug sich, vier Menschen wurden verletzt, einer musste mit dem Hubschrauber zur Unfallklinik nach Duisburg geflogen werden, die übrigen wurden in Moers und Duisburger Kliniken gebracht.

Quelle: RP