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Neukirchen-Vluyn
Abschied von der Schule nach 40 Jahren

Neukirchen-Vluyn: Abschied von der Schule nach 40 Jahren
Sylvia Best ist gespannt, wie ihr letzter Tag im Beruf verlaufen wird. FOTO: Dieker
Neukirchen-Vluyn. Sylvia Best, stellvertretende Leiterin der Antoniusschule, geht heute in den Ruhestand. Vieles hat sich geändert, seit sie als Pädagogin begann. Von Sabine Hannemann

Den Grundschulkindern an der Antonius-Schule in Vluyn brachte sie das Alphabet bei. Nun ist Sylvia Best selbst beim Buchstaben Z, wie Zeit zum Abschied nehmen, angekommen. Nach 40 Jahren pädagogischer Arbeit verabschiedet sich die stellvertretende Schulleiterin heute in den Ruhestand. "In den letzten Tage war an der Schule alles sehr geheimnisvoll. Ich bin gespannt auf den heutigen Tag", erklärt sie.

1974 startete sie in Köln in ihr Lehramtsstudium für Grund- und Hauptschule und sammelte nach dem Ersten Staatsexamen Erfahrungen an der Benedict-Sprachenschule in Düsseldorf. "Ich habe ausländischen Jugendliche und Erwachsenen im Fach Deutsch unterrichtet", erinnert sie sich. 1979 ging es ans Bezirksseminar Moers-Schwafheim, die Referendarzeit an der damaligen Barbara-Schule in Neukirchen folgte. Nach dem Zweiten Staatsexamen folgten Stationen in Walsum, in Hochheide und in Duisburg-Beek. Mittlerweile mit Festanstellung führte sie der Weg 1987 nach Vluyn an die Antonius-Schule, wo sie Fächer wie Deutsch, Mathematik, Sport, Kunst und Sachkunde unterrichtete. Das Fach Musik setzte sie nach entsprechender Fortbildung mit Tanz und Theater um. Seit 1990 ist sie Konrektorin.

40 Jahre pädagogische Erfahrungen liegen hinter ihr, die gleichzeitig auch ein Spiegelbild von Schule und ihrem Wandel sind. "Gerade als Schulleitung fordert die Verwaltung in den letzten Jahren sehr viel Zeit von einem. Ob jemand davon wirklichen Nutzen hat, bezweifle ich", kritisiert sie und nennt Stichworte wie Förderpläne, Medienkonzepte, kompetenzorientierte Lehrpläne, halbjährliche Statistiken, vermehrtes Entwickeln von Konzepten und Schreiben immer neuer Berichte.

"Beim sehr komplexen Thema Inklusion hätten wir dringend Integrationskräfte gebraucht. Schule hat sich verändert." Räumliche Veränderungen gab es ebenfalls nicht nur durch die fast zweijährige Umsetzung von Katastrophen- und Brandschutzplänen und der Einrichtung von Flucht- und Rettungswegen, sondern die Schule bekam eine Schulküche, den Betreuungsraum Ogata wie einen Computer- und Forscherraumes. "All das habe ich bei der Aufstellung unseres Schulprogramms und unserem Schulprofil zugrunde gelegt", so Best. Zur Arbeit als Konrektorin kommt aber das Unterrichten einer passionierten Lehrerin. "Von den Kindern komme ich soviel zurück. Gerade wenn sie lernen, sind sie stolz auf das Lob ihrer Lehrerin, für die sie lernen." Schulausflüge, Klassenfahrten und Schulfeiern festigten das Band in der Schulgemeinde, die auf die Eltern und einen engagierten Förderverein bauen kann. Aufregung gab es auch, wie sie erzählt. So hatte ein Kind ein 50-Pfennig-Stück verschluckt. "Wir haben damals ohne Handy die lebensbedrohliche Situation gemeistert", so Sylvia Best. Mit ihrem Mann Kurt, früher ebenfalls Lehrer und Schulleiter, will sie die Zeit genießen, Reisen machen. "Wir sind nun nicht mehr an die Schulferien gebunden."

Quelle: RP
 
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