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Neukirchen-Vluyn
Anlieger beklagen Lage in Flüchtlingsunterkünften

Neukirchen-Vluyn. Im Ortsteil Neukirchen hat die Bürgerversammlung für einen vollen Saal im Sport- und Freizeitpark Klingerhuf gesorgt. Von Sabine Hannemann

Insbesondere bei den Nachfragen zu den vier Themenkomplexen, das sind Niederberg, Finanzen, Baumaßnahmen und Flüchtlingssituation, kristallisierten sich schnell die Schwerpunkte heraus. Beispielsweise zur Situation in den Flüchtlingsunterkünften. Mit Unterbringung, Verpflegung, Betreuung, Beschäftigungsangeboten bis hinzu zu Kita- und Schulbesuch werden Flüchtlinge versorgt.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagte dazu Bürgermeister Harald Lenßen und wies auf die verschiedenen Unterkünfte, wie das im Jugenddorf (CJD) an der Wiesfurthstraße, hin. "Uns hat die Flüchtlingswelle überrollt. Die Arbeit ist für die Stadt, Haupt- und Ehrenamtliche kaum zu leisten." Anders als in anderen Kommunen, die Zeltstädte gebaut haben, konnte die Unterbringung, wie beispielsweise an der Jahnstraße, in Gebäuden gestemmt werden.

"Wir brauchen Mietobjekte für eine menschenwürdige Unterbringung", so Lenßen, der derzeit auf Mietvereinbarungen am Kiefernweg und Leibnizstraße in Vluyn wartet. "Nicht Neukirchen-Vluyn muss die Krise lösen, sondern Europa", sagte Lenßen mit Blick auf die neuen Ankömmlinge.

Zur Flüchtlingssituation, speziell an der Wiesfurthstraße, baten Anwohner um Unterstützung. "Wir haben guten Kontakt", erklärte ein Anwohner. Doch in direkter Nähe beobachte man Drogenkonsum, Lagerfeuer würden gemacht und die abendliche Ruhe gestört. Rauchmelder sorgten für Fehlalarm. Im Haus brenne durchgehend das Licht. Die Räume seien überhitzt, die Heizkörper voll aufgedreht und Fenster weit geöffnet. Lenßen sagte Unterstützung auch in Kooperation mit der Polizei zu, "damit wir alles in den Griff kriegen. Für Bewohner gibt es eine Hausordnung."

Nachfragen zum Dorf Neukirchen konzentrierten sich auf die anstehenden Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Bekannt ist seit kurzem, dass die Kanalsanierung an der Hochstraße über ein Rohrvortriebverfahren geleistet wird.

Anlaufstelle, auch in Absprache mit den ausführenden Baufirmen, für Bürger und die Sorgen aus der Anwohnerschaft ist ein Quartiersbüro, Hochstraße 11, das am 28. Januar, 18 Uhr, offiziell eröffnet. "Quartiersmanager" Christina Nitz und Sebastian Otto stehen dienstags, 10 bis 14 Uhr, und donnerstags, 14 bis 18 Uhr, als Ansprechpartner zur Verfügung. Eine Bürgerversammlung im Dorf ist bereits für Ende März geplant.

Lenßen: "Wir sind uns der Sorgen bewusst." Weitere Nachfragen drehten sich um Grundstücke, so das an der Hochstraße, ehemalige Bäckerei Berns, und die ehemalige Shell-Tankstelle an der Max-von-Schenkendorf-Straße. Aufgrund von unterschiedlichen Interessen der Eigentümer sei kaum Bewegung in der Angelegenheit, berichtete der Bürgermeister.

www.neukirchen-vluyn.de

Quelle: RP
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