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Neukirchen-Vluyn
Antoniusschule nach Brand geschlossen

Neukirchen-Vluyn: Antoniusschule nach Brand geschlossen
Vollkommen ausgebrannt sind die Räume der Offenen Ganztagsbetreuung im Keller. Schulräume in den Etagen darüber sind verrußt, die Fenster sind teils geborsten. FOTO: Anrulf Stoffel
Neukirchen-Vluyn. Ein Feuer hat am Samstagmorgen die Räume der Offenen Ganztagsbetreuung zerstört. Ein Sachverständiger muss klären, ob die anderen Schulräume nutzbar sind. Gestern ist der Unterricht kurzfristig abgesagt worden. Von Josef Pogorzalek

Das Feuer in Räumen der Antoniusschule (wir berichteten) hat schlimmere Folgen als zunächst befürchtet. Die Annahme, dass der Unterricht im "Notbetrieb" zunächst weiterlaufen kann, hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: Gestern früh hat die Schulleitung nach Rücksprache mit der Beigeordneten Margit Cisielski entschieden, den Unterricht ausfallen zu lassen. Grund dafür sind ein äußerst unangenehmer, beißender Geruch im Schulgebäude sowie Risse im Mauerwerk, die erst gestern auffielen. Es war gestern unklar, ob der Gestank gesundheitsschädlich und ob die Statik des Gebäudes angegriffen ist. Beides soll nun ein Sachverständiger klären.

Am frühen Samstagmorgen hatte es in der Antoniusschule gebrannt. Das Feuer entstand im Keller, in den Räumen der Offenen Ganztagsbetreuung. Die Räume sind bis aufs Mauerwerk ausgebrannt, alles ist verkohlt. "Die Hitze muss enorm gewesen sein", berichtete Bürgermeister Harald Lenßen. "Während des Löscheinsatzes hat es auch Verpuffungen gegeben. Zum Glück ist niemandem etwas passiert." Wäre das Feuer eine Viertelstunde später entdeckt worden, wäre vermutlich das ganze Schulgebäude ausgebrannt, sagte Lenßen.

Der Bürgermeister machte sich gestern ein Bild von den Schäden. Zudem galt es, zusammen mit Schulleiterin Sylvia Best und ihrem Stellvertreter Phillip Pelzer, das weitere Vorgehen zu besprechen. Das für heute anberaumte Sportfest der Antoniusschule findet auf der Wiese neben dem Schulgebäude wie geplant statt. Wie der Schulbetrieb ab morgen organisiert wird, hängt vom Urteil des Sachverständigen ab. Er könne die Räume allerdings frühestens heute in Augenschein nehmen. Zuerst muss die Kripo Spuren auswerten und versuchen, die Brandursache zu ermitteln; eine Brandstiftung ist nicht auszuschließen. Aufgrund von Terminproblemen komme die Spurensicherung allerdings erst heute, sagte Lenßen.

Der Bürgermeister ging gestern davon aus, dass zumindest ein Teil der Antoniusschule weiter für den Unterricht genutzt werden kann. Ein anderer Gebäudetrakt sei weder unmittelbar durch den Brand noch durch Ruß oder Gestank in Mitleidenschaft gezogen. Schlimmstenfalls, so der Bürgermeister, müsse der Unterricht in Räume anderer Schulen ausgelagert werden. Ob und wo das möglich sei, klärten derzeit Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Gesprächen mit den anderen Schulleitungen.

Nach Angaben der Schulleitung reagierte die Elternschaft gestern mit großem Verständnis auf den kurzfristigen Unterrichtsausfall. Anhand der hinterlegten Telefonnummern von Eltern hat das Kollegium versucht, die Mütter und Väter noch zu Hause zu erreichen. "Mit unseren Handys", sagte Phillip Pelzer. Denn auch die Telefonanlage der Schule sei dem Brand zum Opfer gefallen. Eltern, die mit ihren Kindern an der Schule eintrafen, wurden in der Turnhalle über die Lage informiert. Kinder, die nicht sofort zurück nach Hause konnten - zum Beispiel weil die Eltern den Arbeitsplatz nicht verlassen konnten, wurden zunächst in der Turnhalle betreut. Da die Eltern sehr schnell Betreuungsmöglichkeiten organisiert hätten, habe sich die Turnhalle sehr schnell geleert.

Nicht nur der Unterricht muss neu organisiert werden, sondern auch die Offene Ganztagsbetreuung (OGS) durch den Erziehungsverein. Neue Räume zu finden ist das geringere Problem. Denn die Ganztagsbetreuung steht vor dem Nichts. Die gesamte Einrichtung ist verbrannt. "Die OGS hat nichts mehr", sagte gestern Phillip Pelzer. Es gibt bereits private Initiativen, um die Betreuung mit dem Notwendigsten auszustatten. So ruft Dirk Engels, dessen Sohn die zweite Klasse der Antoniusschule besucht, dazu auf, Spiele, Malsachen und andere Dinge zu spenden. "Sie können in der Schule abgegeben werden", sagt der Neukirchen-Vluyner, der sich diesbezüglich mit der Schulleitung abgesprochen hat.

Quelle: RP
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