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Neukirchen-Vluyn
Anwohner hoffen auf weniger Raser im Dorf

Neukirchen-Vluyn: Anwohner hoffen auf weniger Raser im Dorf
Die SPD Neukirchen-Vluyn veröffentlichte dieses Foto mit einem angesichts der neuen "30" gut gelaunten Peter Ohms. FOTO: privat
Neukirchen-Vluyn. Peter Ohms, Sprecher für Anlieger der Lindenstraße, ist froh über das neue Tempo-30-Gebot auf der Fahrbahn und dankt der SPD dafür. Auf dem Freitagsmarkt ist derweil die neue Testphase angelaufen. Von Stefan Gilsbach

Peter Ohms ist voll des Lobes. Auf der Lindenstraße im Dorf Neukirchen prangt seit einigen Tagen eine große, in Weiß aufgemalte "30". Das soll möglichen Verkehrsrowdys im Dorf Neukirchen gleich den Wind aus den Segeln und den Fuß vom Pedal nehmen. Ohms hatte sich mit anderen Anwohnern zur Initiative "Alarm pro Dorf" zusammengeschlossen, weil ihrer Meinung nach die durchpreschenden Fahrzeuge, darunter auch viele Lastwagen, zur Belästigung und Gefahr für die Einwohner wurden.

Dass nun unübersehbar Tempo 30 auf der Fahrbahn verewigt ist, betrachtet Ohms als großen Fortschritt. "Kluge Ideen, gemeinsames Vorgehen und eine große Portion Ausdauer haben am Ende zum Erfolg geführt", so zitiert die SPD Neukirchen-Vluyn den Bürger in ihrer aktuellen Pressemitteilung. Denn die Kennzeichnung mit der "30" sei aus der SPD-Fraktion gekommen, "eine sehr preiswerte und effektive Idee", wie es in dem Schreiben heißt.

Jochen Gottke, SPD-Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat, erklärt: Die Anbringung der 30er Fahrbahnmarkierung in Richtungs stadtauswärts ist zwar etwas ungewöhnlich, wird aber hoffentlich durch Anbringung einer zugesagten zweiten Markierung das Ziel der Geschwindigkeitsreduzierung erreichen."

Peter Ohms jedenfalls bezeichnet Gottkes Eingreifen in der besagten Pressemitteilung als "bürgermeisterreif" (Ohms ist kein SPD-Mitglied). Vorangegangen seien schließlich eine Unterschriftenaktion, ein Bürgerantrag und die Beratung in drei Ausschuss-Sitzungen. Der Rat beschloss am Ende, für eine Testphase die Durchfahrt über den Wochenmarkt zu sperren (die RP berichtete). Auch damit liegt er mit den Sozialdemokraten auf einer Linie. Fraktionschef Gottke hatte sich jüngst gegen eine Durchfahrtmöglichkeit ausgesprochen und über den "einzig voll befahrbahren Wochenmarkt" gespottet.

Im Verlauf der ersten Testphase zeigte es sich allerdings , dass Ohms und seine Unterstützer nicht für alle Menschen im Dorf gesprochen hatten. Geschäftsleute und Dienstleister waren mit der Sperrung nicht einverstanden, denn nach ihren ersten Erfahrungen schreckte dies Kundschaft ab.

Sprecher dieser Interessengruppe ist Uwe Horn, Inhaber des Reisebüros an der Hochstraße. Die erste, mehrmonatige Testphase ist nun vorbei, es folgt eine zweite. "Seit diesem Freitag wird die neue Aufstellung richtig ausprobiert, bei der die Stände mehr in die Hochstraße ausweichen und die Lindenstraße freigeräumt wird." Horn ist froh, weil es nun wieder "Anfahrtsmöglichkeiten" gibt, was unter anderem für die Therapiezentren im Dorfkern wichtig sei. Allerdings vermutet er: "Eine hundertprozentige Lösung, die beide Seiten zufriedenstellt, wird man wohl nicht finden."

Die zweite Testphase für den Freitagsmarkt soll voraussichtlich bis in den Herbst laufen. Dann wird der Rat noch einmal überlegen, wie eine dauerhafte Regelung aussehen könnte.

Quelle: RP
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