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Neukirchen-Vluyn
Auch Grüne in Neukirchen-Vluyn kritisieren Schottergärten-Trend

Neukirchen-Vluyn. Nachdem bereits die Grünen in Rheurdt Kritik an dem Trend zu Schottergärten geübt haben, wendet sich nun auch die Neukirchen-Vluyner Ratsfrau Karin Fetzer "gegen die Umwandlung von blühenden Vorgärten in unansehnliche Schotterwüsten". Denn dort, wo einmal Blumen und Stauden standen, sehe man auch in ihrer Stadt vielfach nur noch "Schotter, Kies und Splitt in allen Farbvarianten, statt Hecken mit Steinen gefüllte Gabionen oder Betonzäune", schreibt die Grünen-Politikerin. Nicht nur der unschöne Anblick solcher Flächen bereitet ihr Unbehagen, sie verweist auch auf die Folgen für die Umwelt. "In solchen Vorgärten finden Insekten keine Nahrung mehr. Das sind die Fakten: Die Biomasse von fliegenden Insekten ist in den letzten 20 Jahren insgesamt um über 75 Prozent zurückgegangen. Gesammelt wurden die Daten an 63 Standorten in Naturschutzgebieten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg."

Der Entomologische Verein Krefeld habe zwischen 1989 und 2014 fliegende Insekten gesammelt und gewogen, führt Fetzer weiter aus. "An zwei Standorten stellten die Insektenforscher einen Rückgang von bis zu 80 Prozent der Insektenmasse fest." Ohne Insekten fehle ein wichtiges Glied in der Nahrungskette, und so drohe auch ein Aussterben vieler Vogelarten. "Der Trend, Gärten zuzubetonieren, ist ein weiterer Schritt zur Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts", warnt die grüne Ratsfrau. "Und jede Kommune kann mit einer entsprechenden Gestaltungssatzung Vorgaben zur Bepflanzung von Vorgärten verbindlich festlegen. Zum Schutz der Natur und aus ästhetischen Gründen, denn auch der Vorgarten ist ein Stück öffentlicher Raum."

(s-g)
 
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