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Neukirchen-Vluyn
Auch Verwaltung war über radioaktive Böden nicht informiert

Neukirchen-Vluyn. Stadtspitze und Lineg haben gestern über die Lage auf Niederberg gesprochen. Für die Politik soll es nun einen Ortstermin geben. Von Stefan Gilsbach

Über den Abtransport von belasteten Böden vom Zechengelände Niederberg haben die Verwaltungsspitze von Neukirchen-Vluyn und Vertreter der Lineg gestern Vormittag gesprochen. Anlass waren kritische Reaktionen aus der Neukirchen-Vluyner Politik, die sich nicht ausreichend über den Vorgang informiert fühlt.

Bei den belasteten Böden handelt es sich um Stellen, an denen radioaktive Elemente durch Grubenwasser an die Oberfläche gelangt sind. Aufgefallen waren diese bei den Arbeiten der Lineg zur Renaturierung des Ophülsgrabens. Diese radiumhaltigen Schichten sind allerdings, so versichern die Fachleute der Lineg, völlig ungefährlich. Es gebe keinerlei Gefahr für die Gesundheit der Menschen im Umkreis. Trotzdem müssen auch diese Schichten abgetragen und zu einer Deponie nach Leipzig transportiert werden. Dazu müssen rund 550 Fuhren ab dem 28. November das Gelände verlassen.

Neben den Fraktionen von SPD und NV Auf geht's hat auch die CDU-Fraktion nun mitgeteilt, dass sie über die Vorgänge einen Fragekatalog an die Verwaltung geschickt hat. Die Christdemokraten wollen unter anderem wissen, wann die Verwaltung von der Kontamination erfahren hat, ob noch weitere Böden belastet sind und wer die Kosten für die Entsorgung trägt. Auch die Frage, ob jemand im Zusammenhang mit der ehemaligen Bergbautätigkeit haftbar gemacht werden kann, beschäftigen die CDU-Fraktion. Dieser Anfrage habe sich auch Norbert Gebuhr, der Vorsitzende der Ratsfraktion FDP/Piraten in Teilen angeschlossen, teilt CDU-Fraktionschef Markus Nacke mit. Stadtsprecher Frank Grusen erklärte gestern: "Die Lineg hat uns im Gespräch detailliert über die Sachlage informiert. Wir haben vereinbart, dass die Lineg die Anfragen der Fraktionen beantwortet." Grusen stellt klar, dass die Verwaltung von den Behörden ebensowenig über die belasteten Böden informiert worden war wie die Politik. Die Lineg hatte die Situation vor Ort unter anderem mit dem Strahlenschutz und der Bezirksregierung besprochen und ihre Maßnahmen abgestimmt. Neben diesen schriftlichen Antworten an die Politik soll es in der kommenden Woche auch einen Ortstermin für die Fraktionen auf dem Niederberg-Gelände geben. Nur die Vertreter von Bündnis 90/Grüne haben sich bislang noch nicht zu diesem Thema bei der Verwaltung gemeldet, hieß es aus dem Rathaus. Die Lineg hat mittlerweile richtiggestellt, dass der Abtransport der Böden nicht über die Fritz-Baum-Allee zur Niederrheinallee erfolgt, wie es in der RP-Grafik zu sehen ist, sondern direkt über das Gelände auf die Niederrheinallee. "Dazu werden wir Stahlplatten bis zur Straße legen", erläuterte Elke Wimmer, Sprecherin der Lineg.

Quelle: RP
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