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Neukirchen-Vluyn
Auf der Halde wird fürs Festival aufgebaut

Neukirchen-Vluyn. Morgen beginnt das 16. "Dong Open Air" und wird erneut Tausende von Metal-Fans auf die Halde Norddeutschland locken. Auf der Hochfläche, rund 100 Meter über dem Niederrhein, laufen zurzeit die letzten Vorbereitungen. Von Stefan Gilsbach

Ab Donnerstag wird die Halde Norddeutschland in der Dämmerung wieder einen eindrucksvollen Anblick bieten. Eine Rock-Lichtshow wird den Himmel erleuchten, als tobe über der Hochfläche ein Gewitter. Es ist erneut Zeit für das "Dong Open Air", das Tausende von Metal-Fans nach Neukirchen-Vluyn lockt.

Stephan Liehr, der sich selbst als "Mädchen für alles" bezeichnet, hat mit seinen Mitstreitern seit Oktober mit der Organisation des Festivals zu tun. "Wir sind ein Team von sechs bis zehn Leuten", sagt der Vorsitzende des Vereins "Dong Kultur". "Jetzt kommen noch mehr als 100 Helfer dazu." Rund um das rot-weiße Bühnenzelt, das mit Halteseilen festgezurrt ist, wird an diesem Vormittag ausgeladen und aufgebaut.

Zwei Tage vor Festivalstart, ist auch die Beigeordnete Margit Ciesielski auf die Halde gekommen. "Ich finde toll, was sie hier auf die Beine stellen", meint sie zu Liehr. Die Halde gehört zwar nicht der Stadt, sondern dem Landschaftsverband, doch ist die Verwaltung in das Sicherheitskonzept, das solch eine Großveranstaltung braucht, eingebunden. "Aber ich habe von den Kollegen im Ordnungsamt schon gehört, das ,Dong Open Air' sei die friedlichste Veranstaltung, die man sich vorstellen kann", sagt die Dezernentin.

Begonnen hatte alles vor 16 Jahren mit einer Gruppe befreundeter Metal-Fans, die am Fuß der Halde ein kleines Festival organisierten. "Das gab dann prompt Ärger mit den Nachbarn", erinnert sich Stephan Liehr. Dieses Problem gibt es oben auf dem Gipfel nicht mehr. Nicht nur deshalb ist die Halde ein idealer Standort. Besucher schwärmen von der Abgeschiedenheit, dem wunderbaren Ausblick, von dem Zusammengehörigkeitsgefühl beim Campen auf den grasigen Hängen. Für Komfort sorgt ein "Sanitärcamp", an dem man sich unter anderem mit Frischwasser versorgen und duschen kann.

2500 Karten sind bereits verkauft worden, pro Tag stehen weitere 200 bereit. Inzwischen ist das "Dong Open Air" in der Szene ein Begriff, Kontakte ins Musikgeschäft sind mit der Zeit gewachsen, und so können die Organisatoren nun auch Hochkaliber wie die Band "Testament" verpflichten. "Vier Jahre lang sind wir hinter denen her gewesen", sagt Liehr. "Jetzt hat es geklappt." Manche Bands kontaktiere man über Agenturen, andere melden selber Interesse an, zum Beispiel "Haggard", die Metal und Renaissance-Musik verbinden. Überhaupt sei die musikalische Bandbreite groß. Für die ganz Wilden ist was dabei und für jene, die gern mal eine Melodie hören. "Und wir sind in diesem Jahr besonders international", betont Liehr. "Bands aus neun Nationen sind dabei, auch aus der Türkei und Indien." Er hebt noch eine Band aus Moers hervor: Elvellon, die "Symphonic Metal" spielen. "Die haben eine fantastische Sängerin."

Das "Dong Open Air" ist mittlerweile ein Aushängeschild für die Stadt. Auch Bürgermeister Harald Lenßen komme an den Festivaltagen gerne mal vorbei, sagt Stephan Liehr. Und Margit Ciesielski hat er mit seinem Enthusiasmus auch schon fast überzeugt. "Es ist nicht so ganz meine Musik", meint sie. "Aber wer weiß, vielleicht komme ich wirklich."

Quelle: RP
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