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Neukirchen-Vluyn
Baustelle verstimmt die Geschäftsleute

Neukirchen-Vluyn. Anlieger der Andreas-Bräm-Straße fürchten Verluste durch die mehrmonatige Sperrung durch Kanalarbeiten. Von Stefan Gilsbach

Für Anlieger der Andreas-Bräm-Straße sind Baustellenschilder mittlerweile ein vertrauter Anblick. Die neueste Baustelle sorgt nun jedoch für vernehmliches Grummeln unter den Geschäftsleuten vor Ort. Mitte November hat die RAG begonnen, die Regenwasserkanäle unter der Straße zu erneuern. Je nachdem, wie das Wetter in den nächsten Wochen ist, sollen sich die Bauarbeiten bis Ende Februar hinziehen. Die Straße muss dafür abschnittsweise gesperrt werden, der Verkehr wird über den Neukirchener Ring umgeleitet.

Unfroh darüber sind beispielsweise Andreas und Tina Nacke, die an der Andreas-Bräm-Straße ihre Konditorei führen. "Das ist schon das zweite Weihnachtsgeschäft in Folge mit so einer großen Sperrung auf der Straße", seufzt Tina Nacke. "Die Kunden sprechen mich auch schon darauf an."

Die Nackes haben mit benachbarten Geschäftsleuten gesprochen, die ebenfalls über die neuen Bauarbeiten murren. "Den ganzen Sommer über wurde ja schon an der Wiesfurthstraße gebuddelt", berichtet Tina Nacke. Kurz gesagt, es herrscht ein Verdruss über ständigen Sperrungen, die den Kunden eine problemlose Anfahrt vergällen.

Maria Engelke ist Optikerin an der Andreas-Bräm-Straße - und zugleich Leiterin des Stadtmarketing-Arbeitskreises Neukirchen. Sie ist sozusagen die Verbindungsfrau zwischen Geschäftsleuten und Verwaltung, daher sieht sie beide Perspektiven. "Die Baumaßnahmen sind wohl unumgänglich, aber es tut schon weh", räumt sie ein. "Die Kunden möchten rasch an die Geschäfte rankommen, wenn sie lange ihre Runden drehen müssen, dann verlieren sie die Geduld und fahren woanders hin." Es gebe eine spürbare Beeinträchtigung durch die Sperrungen. "Dann muss man schauen, wie man die Kundschaft bei Laune hält, beispielsweise indem man sich bereiterklärt, Sachen vorbeizubringen oder abzuholen."

Ein Teil des Problems seien auch Navi-Geräte in den Autos, die stur, ohne Rücksicht auf Baustellen, die Fahrer zu den Sperrungen manövrierten. Eventuell, meint Engelke, könnte eine bessere Beschilderung helfen, vor allem für jene Fahrer, die sich im Dorf Neukirchen nicht so gut auskennen. Tina Nacke hätte einen anderen Vorschlag, und diesen hat sie auch schon der Verwaltung vorgetragen. "Warum stellt man nicht eine Baustellenampel auf und sorgt so für einen Verkehrsfluss?" Das habe sie Bürgermeister Harald Lenßen unterbreitet, doch die Antwort aus dem Rathaus fiel aus ihrer Sicht enttäuschend aus.

Stadtsprecher Frank Grusen fasst zusammen, warum eine Baustellen-ampel für die Verwaltung an Ort und Stelle nicht in Frage kommt: "In diesem Fall würde es zu großen Rückstaus bis zur Niederrheinallee kommen. Auch der Busverkehr müsste in diesem Fall mit längeren Wartezeiten rechnen. Erfahrungsgemäß ist die Baustelle, wie sie sich jetzt darstellt, die beste Lösung." Grusen bekräftigt, dass die Arbeiten an den Kanälen dringend notwendig seien.

Wenn die Arbeiten auf der Andreas-Bräm-Straße im Februar beendet sind, müssen die Neukirchener sich gleich auf die nächste tiefgreifende Baumaßnahme gefasst machen: Dann beginnen die Arbeiten auf der Hochstraße, also im Dorfkern selbst.

Quelle: RP
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