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Neukirchen-Vluyn
Berns-Haus wird abgerissen - und nun?

Neukirchen-Vluyn: Berns-Haus wird abgerissen - und nun?
Das Gebäude an der Hochstraße 2 wird bald Vergangenheit sein. Gestern konnten Passanten zuschauen, wie der Bagger Teile des Hauses niederriss. Bis Ende der Woche, schätzt Stadtsprecher Frank Grusen, wird der Abriss abgeschlossen sein. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Gestern rückte der Bagger an, um dem unansehnlichen Gebäude am Eingang zur Hochstraße den Garaus zu machen. Die Stadt hatte das Haus im vergangenen Jahr erworben, um diesen Bereich attraktiver gestalten zu können. Von Stefan Gilsbach

Die Einwohner von Neukirchen nehmen Abschied von einem Gebäude, das viele in den vergangenen Jahren als Schandfleck empfanden. Der Abriss des sogenannten Berns-Hauses am südlichen Ende der Hochstraße hat begonnen. Es ist der zweite Abriss eines bekannten Gebäudes im Ortskern innerhalb von wenigen Tagen, am Freitag war die alte Polizeiwache an der Andreas-Bräm-Straße niedergelegt worden (wir berichteten).

Die Stadt Neukirchen-Vluyn hatte das Grundstück den Eigentümern im vergangenen August abgekauft. Dieser Erwerb war ein wichtiger Schritt im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes für das Dorf Neukirchen. Denn so kann nun der Eingang zum Dorf neu und einladend gestaltet werden. Die Verwaltung sprach von einer "Chance zur kompletten Neuentwicklung". Bislang wirkte das grau-marode Haus auf Besucher eher abschreckend.

Allerdings war das Gebäude vor vier Jahren noch einmal positiv in die Schlagzeilen geraten - dank einer Aktion der "Dorfmasche". Die umtriebige Strick-Initiative hatte im Rahmen der Projektreihe "Ab durch die Mitte" das Haus rundum mit einem bunten Woll-Behang umwickelt. Bilder von diesem "Dornröschenschloss" erregten Interesse über die Grenzen von Neukirchen-Vluyn hinaus. Für das Engagement der "Dorfmasche" gab es unter anderem die Auszeichnung "Schönste Straße Deutschlands". Die meisten Einwohner von Neukirchen dürften der Meinung sein, dass die Straße ohne das Berns-Haus noch schöner wird.

Bis Ende der Woche soll der Abriss beendet sein. Was aus der Fläche werden soll, ist allerdings noch nicht spruchreif. Frank Grusen, Sprecher der Stadt, erklärt dazu: "Wir müssen berücksichtigen, dass dieses Grundstück einen großen Einfluss auf viele Bereiche des Integrierten Handlungskonzeptes hat." Der Ankauf der Fläche sei "ein langwieriger Prozess" gewesen, doch sei dies eine Schlüsselstelle für die Neugestaltung der Hochstraße.

Erleichtert über das Verschwinden des Hauses ist Hans-Peter Burs, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Neukirchen. Was aus der Fläche werden könnte, dazu haben er und andere Heimatfreunde auch schon Ideen. "Das Fällen der Magnolien auf dem Grundstück der alten Polizeiwache hat vielen Menschen leidgetan, obwohl es nicht zu vermeiden war", sagt Burs. Daher gebe es die Idee, an die Stelle des Hauses Hochstraße 2 eine Ersatzpflanzung zu platzieren. Überhaupt hält der HVV-Vorsitzende es für nicht unwahrscheinlich, dass die Fläche nicht neu bebaut, sondern eher begrünt wird. "Schließlich soll der Bereich Hochstraße/Mozartstraße ja offener gestaltet werden", gibt er zu denken.

Im Dezember hatte die Stadt die Ergebnisse eines Wettbewerbs vorgestellt, bei dem es um die Neugestaltung des Denkmalplatzes vor dem Gebäude des Erziehungsvereins ging. Das Berliner Büro Simons & Hinze entschied den Wettbewerb für sich. Seine Pläne sehen vor, dass eine durchgehende Pflasterung den Platz, die Mozartstraße und den Beginn der Hochstraße zu einer Einheit verbinden soll. Der Bereich soll verkehrsberuhigt sein.

Quelle: RP
 
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