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Neukirchen-Vluyn
Bürger ärgern sich über Müll an der Halde

Neukirchen-Vluyn: Bürger ärgern sich über Müll an der Halde
Wild entsorgter Müll sieht nicht nur unschön aus, er kann auch gefährlich werden, wenn sich Schadstoffe darin verbinden und ins Grundwasser gelangen. Der Regionalverband bittet alle Bürger, „die Augen aufzuhalten“, ob jemand seinen Abfall illegal in die Natur werfe. FOTO: Dieker, Klaus
Neukirchen-Vluyn. Manche kritisieren die Stadt für mangelnde Umsicht. Doch Eigentümer des Geländes ist der Regionalverband Ruhr. Von Stefan Gilsbach

"Rettet die Halde!" Dramatisch klingt es, was eine Facebook-Nutzerin jüngst in dem sozialen Netzwerk gepostet hat. Die Halde Norddeutschland, mit der sich die Stadt doch gern als Sehenswürdigkeit schmückt, werde von "unglaublich viel Müll" verschandelt. Es folgt der Aufruf zu einer baldigen Abfallsammelaktion.

Ob diese stattgefunden hat, ist nicht dokumentiert. Doch der Aufruf hat zumindest großen Widerhall ausgelöst. Manche haben die Stadtverwaltung von Neukirchen-Vluyn als Schuldige ausgemacht: "Die lässt dort Veranstaltungen austragen und kontrolliert danach zu lasch auf Sauberkeit." Andere kritisieren, dass es schlicht zu wenig Abfallbehälter gebe, um den eigenen Müll anständig zu entsorgen. Außerdem scheint es bereits spontane Müllbeseitigungsaktionen gegeben zu haben. So versichert ein Facebook-Nutzer: "Beim letzten Großputz in NV im März wurde die Halde und der Weg runter erst fleißigst entrümpelt."

Bei der Stadt Neukirchen-Vluyn verweist man auf die Tatsache, dass die Halde Norddeutschland gar nicht im Zuständigkeitsbereich der örtlichen Verwaltung liegt. Sie ist Eigentum des Regionalverbands Ruhr. Dessen Pressesprecher Jens Hapke bestätigt, dass es regelmäßig "Probleme mit Müll an der Halde gibt". Teilweise liege das an illegaler Müllentsorgung, doch dagegen vorzugehen sei schwierig. "Man kann die Bürger im Grunde nur bitten, die Augen offen zu halten", meint der RVR-Sprecher.

Den Vorwurf, die Verantwortlichen würden sich zu wenig um die Sauberkeit vor Ort kümmern, kann Hapke nicht bestätigen. "Wir schicken einmal pro Woche unsere Mitarbeiter auf eine ,Mülltour' durch das Revier Niederrhein, dabei werden auch die Halden abgefahren."

Dass es ein Müllproblem an der Halde gibt, kann auch Franz Reuter aus seiner Erfahrung bestätigen. Er ist nicht nur im Naturschutzbund (Nabu) engagiert, sondern auch ehrenamtlicher Landschaftswächter des Kreises Wesel für den Bereich Neukirchen-Vluyn. "Vor allem im nördlichen Bereich der Halde, wo es weniger Publikumsverkehr gibt, findet man öfters blaue Säcke mit illegal entsorgtem Abfall. Oft ist es Sperrmüll, aber ich habe auf dem Gelände auch schon leere Ölkanister gefunden."

Diese "wilden Müllkippen" sehen nicht nur hässlich aus, sie können manchmal eine Gesundheitsgefahr für die Umgebung werden, wenn beispielsweise Elektronikgeräte entsorgt werden, die Quecksilber oder Cadmium enthalten.

Kein Wunder, dass illegale Müllentsorgung unter Umständen als Straftat gilt. Ärgerlich für die Eigentümer der Grundstücke ist, dass sie für die Entsorgung zuständig sind, falls der Verursacher nicht ermittelt werden kann.

Quelle: RP
 
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