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Neukirchen-Vluyn
Bunte Kästen für neue Energien

Neukirchen-Vluyn. Zehn Jugendliche setzen sich künstlerisch mit der Energiewende auseinander. Von Tanja Karrasch

Kilian gibt dem neugestalteten Stromkasten den letzten Schliff: Mit Hilfe einer Schablone sprayt er eine lilafarbene Kreuzkröte auf die Oberseite. Anschließend betrachten die zehn Teilnehmer des Streetart-Projekts "Kunst trifft Energie", das die Kunstschule Neukirchen-Vluyn zusammen mit dem Stromanbieter Enni ins Leben gerufen hat, ihr gemeinsames Werk. Das kann sich sehen lassen: Von dem tristen Aussehen des Stromkastens ist nichts mehr übrig geblieben. Jetzt ist darauf der Solarpark Mühlenfeld zu sehen. "An diesem Kasten haben alle zusammen die verschiedenen Techniken geübt. Mit der Sprühdose wurden größere Flächen gesprayt. Mit Pinseln, Spachteln und Schwämmen haben wir aber auch malerisch gearbeitet", erklärt der Kunstpädagoge Martin Domagala, der das Projekt leitet. Emilio Ferranti (14) hat das Sprühen im Freien besonders viel Spaß gemacht: "Das ist ja sonst verboten", erklärt er.

Insgesamt sollen elf Stromkästen verschönert werden. Jeder Teilnehmer hat dafür ein Motiv entworfen, das einen Bezug zur Energiewende hat. Diese übertragen die Jugendlichen zwischen elf und 16 Jahren in den kommenden Tagen auf die Stromkästen. Durch die außergewöhnlichen Kunstwerke wird das Thema regenerative Energien in der Stadt präsent. Zur Inspiration startete das Projekt am Wochenende mit einem Ausflug in den Solarpark Mühlenfeld. "Besonders die vom Aussterben bedrohten Kreuzkröten haben es den Kindern angetan. Aber auch Windräder, Ökostrom und Solarfelder waren anschließend beliebte Motive", erklärt Katja Nießen, Enni-Pressesprecherin. Erik Buffs Stromkasten, der neben einer Bushaltestelle steht, ist schon fertig: "Der ist wirklich cool geworden", findet der 14-Jährige. "Ich habe einen Bus gemalt, der keinen Auspuff, sondern ein Stromkabel hat, das in einer Steckdose steckt."

Die Leiterin der Kunstschule, Gabriele Berndt-Bathen, freut sich über das gelungene Projekt: "Wir haben in der Gruppe darüber gesprochen, dass unsere jetzigen Energieressourcen wie Öl oder Kohle nicht unendlich vorhanden sind und wie wichtig regenerative Energien zukünftig sein werden." Die Teilnehmer übernehmen im Anschluss an das Projekt eine Patenschaft für ihre Stromkästen, das heißt, sie haben sein Auge auf sie.

Quelle: RP
 
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