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Neukirchen-Vluyn
Christen feiern auf der Halde

Neukirchen-Vluyn: Christen feiern auf der Halde
Bei bestem Wetter feierten die Menschen die Gottesdienste und Konzerte. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. "Dem Himmel so nah": Unter diesem Motto hatte die Moerser Christusgemeinde zusammen mit anderen Gemeinden zum vierten Mal zu einem besonderen Gottesdienst eingeladen. Von Ulrike Rauhut

Der Fisch, das geheime Erkennungszeichen der ersten Christen, stand stolz, riesengroß und rot auf der höchsten Erhebung der Region: Als optisches Signal machte es neugierig auf die Veranstaltung auf der Halde Norddeutschland an diesem Himmelfahrtsnachmittag.

Warum den Wunsch nach der Nähe zum Himmel nicht einmal wörtlich nehmen und gleichzeitig der Region von hier aus etwas vom göttlichen Segen weitergeben? Diese Idee entstand vor einigen Jahren in der Gemeinde, die 186 Mitglieder zählt. Um das Ganze stemmen zu können, wurden weitere Gemeinden ins Boot geholt: Die evangelische Kirchengemeinde Moers-Hochstraß, die sich in direkter Nachbarschaft an der Römerstraße befindet, sowie die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Moers-Mitte. "Es ist für uns das Highlight des Jahres", erzählte Christian Weber, der Pastor der Christusgemeinde.

Die Möglichkeit, an so exponierter Stelle Christi Himmelfahrt zu feiern und die fruchtbare Zusammenarbeit mit den anderen Akteuren sei einfach großartig, so Weber. Auf dem Haldentop war eine Bühne aufgebaut, auf der die christliche Rockband "Reflame" bereits eine Stunde vor dem Gottesdienst Lobpreislieder spielte. Die "Royal Rangers", die als Pfadfinder die Kinderarbeit in der Gemeinde gestalten, boten Kinderschminken und Stockbrot am Lagerfeuer an. Speis und Trank gab es von der Moerser Reservistenkameradschaft der Bundeswehr.

Wer die 359 Stufen der Himmelstreppe nach oben nahm, wurde von den Mitarbeitern unterwegs angespornt. Oben angekommen, durfte jeder Besucher ein neues Testament sowie eine Karte entgegennehmen, auf die man sein Gebetsanliegen schreiben konnte. An roten Ballons schwebten diese gen Himmel: Ein gutes Gefühl, der persönlichen Bitte auf diese Art symbolisch Kraft zu verleihen.

Auch an die weniger Sportlichen wurde gedacht: Mit einem kostenfreien Leihbus konnte man sich chauffieren lassen - ein Service, über den sich Weber sehr freute. "Auch dafür, dass wir den Platz mietfrei inklusive Strom nutzen können, bin ich total dankbar."

Eine besondere Herausforderung hatte der Tag noch für ihn bereit: Der "Biker-Pastor" vom christlichen Motorradclub "Holy Riders", der eigentlich die Predigt halten sollte, hatte am Morgen einen Auffahrunfall gehabt. Pastor Weber übernahm kurzerhand und sprach in seiner Predigt davon, dass das Reich Gottes zum Greifen nah sei, da Jesus nach seiner Himmelfahrt versprochen habe, mitten unter denen zu sein, die sich in seinem Namen versammeln. "Jesus ist König", das sei die Botschaft, auch an die Herrschenden dieser Welt. In für Nicht-Freikirchler gewöhnungsbedürftiger beschwörender Sprache mit vielen Wiederholungen sprach Weber den Anwesenden Trost und Hoffnung zu. Konkret wurde es dann in den Fürbitten "in alle Himmelsrichtungen": Die Anliegen der Städte und Kirchengemeinden, wie beispielsweise neue Bauvorhaben, personelle Krisen oder Stärkung der Ehrenamtlichen für die Flüchtlingsintegration, waren zuvor abgefragt worden. Sie flogen, begleitet vom Gesang, in den Frühlingshimmel.

Quelle: RP
 
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