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Neukirchen-Vluyn/Moers
CJD: Minderjährige Flüchtlinge ziehen ein

Neukirchen-Vluyn/Moers: CJD: Minderjährige Flüchtlinge ziehen ein
Dieses Gebäude auf dem Gelände des CJD hat die Stadt Moers angemietet, um junge Flüchtlinge ohne Begleitung dort unterzubringen. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Neukirchen-Vluyn/Moers. Die Stadt Moers teilt mit, dass heute zwei Jungen an der Wiesfurthstraße einziehen werden. Probleme mit der Betreuung sieht man nicht. Von Stefan Gilsbach

Zwei minderjährige Jungen, die allein als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, werden ab heute eine Bleibe in einem CJD-Gebäude an der Wiesfurthstraße in Neukirchen-Vluyn finden. Zugleich werden sieben Personen die Betreuung vor Ort beginnen. Das hat Klaus Janczyk, der Sprecher der Stadt Moers, gestern mitgeteilt. Die Moerser Verwaltung hat das Haus auf dem Gelände des Verbandes Christliches Jugenddorf angemietet, um dort unbegleitete Flüchtlinge unterzubringen und zu betreuen. Wie sich das Haus in den nächsten Wochen mit Bewohnern füllen wird, könne nicht genau gesagt werden, das hänge von den Zuweisungen ab.

Der ganze Vorgang hatte in Neukirchen-Vluyn für großes Aufsehen gesorgt, denn die dortige Verwaltung wollte das Gebäude ebenfalls zur Unterbringung von Flüchtlingen anmieten. Für Unverständnis bei der Stadt Neukirchen-Vluyn und der dortigen Politik sorgt die Tatsache, dass in dem Gebäude junge Flüchtlinge leben sollen, die zum Moerser Kontingent gehören. Zudem gab es Kritik, weil die Verhandlungen erst im letzten Moment öffentlich gemacht wurden.

Klaus Janczyk kann die Aufregung nicht ganz nachvollziehen. "Die Stadt Moers hat sich nichts ,unter den Nagel gerissen'", sagt er. Vielmehr sei das CJD selber bei einem Gespräch mit Trägern auf die Verwaltung mit dem Vorschlag zugekommen. Da es sich um eine temporäre Notmaßnahme handle, habe die Moerser Verwaltung akzeptiert.

Auf Neukirchen-Vluyner Seite gibt es nach wie vor Kritik. Die örtliche CDU-Fraktion hatte zur Erläuterung Vertreter des CJD zum Gespräch gebeten, und erfahren, dass für eine ausreichende Betreuung derzeit nicht genug Personal vorhanden sei. Dr. Heiko Haaz, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes und Fraktionsvize, lobt die Offenheit der CJD-Vertreter, die leider im Kontrast stehe zum Verwalten der Stadt Moers: "Da gilt weiterhin: Still ruht der See."

Das werde so nicht bleiben, versichert Klaus Janczyk. Der Moerser Stadtsprecher kündigt an, dass in der nächsten Woche - voraussichtlich am Dienstag - ein Pressegespräch stattfinden soll, bei dem alle wichtigen Informationen rund um die Betreuung der jungen Flüchtlinge öffentlich gemacht werden. Janczyk erklärt zudem, dass Christoph Fleischhauer, der Moerser Bürgermeister, bereit sei, bei Infoveranstaltungen für die Anwohner der Wiesfurthstraße sich den Fragen zu stellen. Die Fraktionen in Neukirchen-Vluyn hatten unter anderem kritisiert, dass der Dialog mit den Anwohnern an den Akteuren vor Ort hängenbleibe.

Keine Probleme sieht die Moerser Verwaltung auch in der Tatsache, dass im Moment keine 24-Stunden-Betreuung an der Wiesfurthstraße gewährleistet werden kann. "Es gibt einen Sicherheitsdienst, der rund um die Uhr da ist. Falls es nötig sein sollte, werde über eine Notfallnummer ein pädagogischer Fachmann angefordert. Daher sieht man im Moerser Rathaus die 24-Stunden-Betreuung gewährleistet. Das ist insofern wichtig, als eine Lücke in der Betreuung die Genehmigung des Betriebes durch die Stadt Neukirchen-Vluyn gefährden könne. Das zumindest hatte Bürgermeister Harald Lenßen am Mittwoch im Neukirchen-Vluyner Sozialauschuss angedeutet.

Was eine mögliche Beschulung der Jugendlichen angeht, müsse man sich ebenfalls in der Nachbarstadt keine Sorgen machen, erklärt Klaus Janczyk. Da die Flüchtlinge Moers zugeteilt seien, würden die Beschulung auch an Moerser Einrichtungen stattfinden.

Quelle: RP
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