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Neukirchen-Vluyn
Das Kammermusikfest endet triumphal

Neukirchen-Vluyn: Das Kammermusikfest endet triumphal
"Eine Woche mit ganz viel Musik ist wieder einmal wie im Fluge vergangen", erklärte Alexander Hülshoff, künstlerischer Leiter des Festivals. Das Festival fand in diesem Jahr zum 14. Mal statt. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. 1350 Besucher in sieben Festivalkonzerten: Das Musikfest, das am Kloster Kamp einst seinen Ursprung nahm, begeistert Fans von nah und fern. Das Abschlusskonzert fand auf Schloss Bloemersheim statt. Von Petra-Riederer-Sitte

Mit einem ausverkauften Abschlusskonzert erlebte das 14. Kammermusikfest Kloster Kamp sein krönendes Finale. "Eine Woche mit ganz viel Musik ist wieder einmal wie im Fluge vergangen", erklärte Alexander Hülshoff, Künstlerischer Leiter des Festivals, bei seiner Begrüßungsansprache auf Schloss Bloemersheim. Sein Dank ging an die Sponsoren für ihre großzügige und tatkräftige Unterstützung, an die Kunstschule für die zum Konzert passenden stimmungsvollen Gemälde, vor allem aber an das Publikum für seine treue Begleitung und für seinen Mut, auch Konzerte zu besuchen, "deren Programme viele vielleicht nicht kennen". So zum Beispiel das Trio op. 32 des Komponisten Anton Arenski, mit dem das Abschlusskonzert eröffnet wurde.

Arenski gehöre nicht zu den großen russischen Komponisten, so Hülshoff, auch wenn seine Musik vergleichbare Qualität aufweise. Er sei eine "absolute Hochbegabung" gewesen, wenngleich er nicht so viele Werke komponiert habe. Sein Opus 32 sei darunter eines der bekanntesten. Der Geiger Ingo de Haas, die Cellistin Katharina Apel und der Pianist Roland Krüger musizierten das Trio mit schwelgerischem, leidenschaftlichem Ton und ernteten für ihre herrlich frische Interpretation der ebenso empfindungsreichen wie glutvollen Komposition den ersten Jubelapplaus des Abends.

Werke für Kontrabass und Klavier waren in diesem Jahr erstmals im Programm des Kammermusikfestes vertreten. Umso gespannter durfte man auf die drei Miniaturen von Giovanni Bottesini sein, der vor allem als Kontrabassvirtuose in die Musikgeschichte eingegangen ist. Dabei war der "Paganini des Kontrabasses" auch ein erfolgreicher Dirigent, der unter anderem die Uraufführung der Oper "Aida" seines Freundes Verdi leitete. Der lettische Kontrabassist Gunars Upatnieks, Preisträger zahlreicher renommierter Wettbewerbe, erwies seinem berühmten Vorgänger mit drei ebenso schönen wie schwierigen "Miniaturen" seine Reverenz. Der heimliche Star des Festivals meisterte selbst die heikelsten musikalischen und technischen Herausforderungen mit einer irrwitzigen Flageolett-Fingerfertigkeit und einer schier unglaublichen Bravour - einfach Kontrabassisimo! Pianist Andrew Harley hielt sich angenehm diskret zurück, was die Besucher zu schätzen wussten, zumal der gebürtige Engländer den exzellenten Ruf, den er international genießt, auch am Niederrhein oft genug bewiesen hat.

Mit Dvorák hatte das diesjährige Kammermusikfest begonnen, mit Dvoraks op. 23 schloss Andrew Harley zusammen mit dem Geiger Jan Talich, dem Bratscher Alfredo Zamarra und dem Cellisten Floris Mijnders in subtil aufeinander abgestimmten Zusammenspiel, mit plastischer Tongebung und schönem Farbenfeinschliff effektvoll den Programmrahmen. Bravi und minutenlanger Beifall markierten den triumphalen Abschluss eines rundum geglückten Festivals. "Es ist alles sehr gut gelaufen. Nur das Wetter hätte ein bisschen besser sein können", so das Resümee der Künstlerischen Leiter Alexander Hülshoff und Katharina Apel.

Insgesamt verzeichneten die sieben Festivalkonzerte 1350 Besucher, und auch die Proben auf dem Kamper Berg erlebten rege Resonanz. Der Termin für das nächste Jahr steht bereits fest: Das 15. Kammermusikfest Kloster Kamp wird vom 22. bis 29. Juli 2018 stattfinden.

Quelle: RP
 
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