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Neukirchen-Vluyn
DRK zeichnet Rekord-Blutspender aus

Neukirchen-Vluyn: DRK zeichnet Rekord-Blutspender aus
Friedhelm Leder nach seiner Ehrung. "Jeder kann einmal auf eine Blutspende angewiesen sein", gibt er zu bedenken. FOTO: Stoffel
Neukirchen-Vluyn. Friedhelm Leder (67) hat bereits 150 Mal Blut gespendet. Damit hat er rund 225 Menschen geholfen - oft ging es dabei um Leben oder Tod. Von Jutta Langhoff

Eine ungewöhnliche Ehrung nahm Bürgermeister Harald Lenßen am Mittwoch im Neukirchen-Vluyner DRK-Zentrum am Klingerhuf vor. Er übergab er dem 67-jährigen Neukirchen-Vluyner Friedhelm Leder eine Urkunde und eine goldenen Nadel für 150 beim Deutschen Roten Kreuz geleistete Blutspenden. "Ich habe schon viele fleißige Blutspender kennengelernt, aber jemand, der schon 150 Mal mit dabei war, ist mir bisher noch nicht begegnet", freute sich der Neukirchen-Vluyner DRK-Vereinsvorsitzende Klaus-Michael Graack.

Eine in der Tat beachtenswerte Leistung, die der 1949 in der damals noch vorhandenen Neukirchen-Vluyner Entbindungsstation des Andreas-Bräm-Hauses geborene und spätere Hauptschullehrer da vollbracht hat. Wenn man weiß, dass ein Spender bei jeder Blutabnahme einen halben Liter Blut abgibt und davon durchschnittlich drei Patienten vor oft lebensbedrohenden Unfall- und Operationsfolgen bewahrt werden, hat Friedhelm Leder im Laufe seines Lebens geholfen, mindestens 225 Menschen das Leben zu retten. Er selber sieht das allerdings weniger dramatisch. "Ich mache das halt, weil ich weiß, dass mein Blut irgendwie hilft. Dabei kommt es mir nicht darauf an, wer es bekommt", sagte er nach seiner Ehrung bescheiden.

Dazu passt, dass er sich gar nicht mehr genau erinnern kann, wann er denn das erste Mal überhaupt zur Blutspende war: "Ich glaube, ich war 21. Damals war man ja mit 18 noch nicht volljährig." Ganz genau aber weiß er jedoch noch, dass ihn seine damalige Biologie-Lehrerin am einstigen "alten" Stursberg-Gymnasium dazu angeregt hatte, und dass er nach der ersten Blutspende "etwas wackelig auf den Beinen gewesen war".

"Nein, Angst hatte ich damals nicht. Ich war ja jung und fit", erklärte er auf eine entsprechende Frage hin. Allerdings habe er inzwischen gelernt, dass man unbedingt die nach einer Spende anschließend notwendigen Ruhezeiten einhalten sollte. Dabei erinnerte er sich an einen Spendetermin, bei dem "ein höchstens 30 Jahre alter, wirklich kräftiger junger Mann plötzlich wie ein gefällter Baum umgefallen" war, weil er meinte, gleich anschließend sofort aufstehen zu können. Obwohl Männer zwischen dem 18. und 73. Lebensjahr beim Deutschen Roten Kreuz jährlich sechs Mal Blut spenden können, hat Friedhelm Leder sich selber von Anfang an für einen viermaligen Jahresrhythmus entschieden, den er in der letzten Zeit zum Beispiel aufgrund diverser altersbedingter Vorsorgeuntersuchungen zeitweise unterbrechen musste. So darf man beispielsweise nach einer Darmspiegelung oder einer zahnärztlichen Behandlung kein Blut spenden. Dennoch will er, wenn nichts dazwischen kommt, seinen roten Lebenssaft weiterhin für kranke Menschen spenden und auch weiter Reklame für diese wichtige Aufgabe machen. "Eine nicht ganz leichte Aufgabe", weiß er. "Meine damaligen Schüler waren dafür in der Mehrzahl zu jung, und auch die jüngere meiner beiden Töchter hat kurz vor ihrem ersten Blutspendetermin einen Rückzieher gemacht. Viele fürchten sich vor der dabei notwendigen Spritze, aber dafür besteht überhaupt kein Grund", beteuert er.

"Wenn die altersbedingten Untersuchungen nicht dazwischen gekommen wären, hätte ich heute wahrscheinlich schon mehr als 180 Blutspendetermine hinter mir", ist er sicher. Diese Zahl wird er jedoch wahrscheinlich in seinen nächsten fünf noch möglichen Blutspenderjahre nicht mehr erreichen.

Auf die Frage, wie man trotz zurück gehender Zahlen vor allem junge Leute zum Blutspenden animieren kann, lautete seine Antwort: "Sie sollten sich vorstellen, dass sie nach einem Unfall oder einer Krankheit irgendwann einmal selber auf eine Blutspende angewiesen sein könnten."

Quelle: RP
 
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