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Neukirchen-Vluyn
Edeka: Politik mahnt Verkehrskonzept an

Neukirchen-Vluyn: Edeka: Politik mahnt Verkehrskonzept an
An der Mozartstraße geht es verkehrstechnisch teils beengt zu. Im Bereich des Flachbaus an der anderen Straßenseite und weiter dahinter soll der Edeka-Parkplatz liegen. Im Hintergrund: das Gebäude der Neukirchener Buchhandlung. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Der SPD-Antrag, im Zuge der Edeka-Planung die Verkehrsströme zu verbessern, fand im Stadtentwicklungsausschuss Anklang bei den anderen Fraktionen. Der Beigeordnete Ulrich Geilmann verwies aber auf ein vorliegendes Gutachten. Von Josef Pogorzalek

Alle sind froh darüber, dass ein großer, neuer Edeka-Markt in Neukirchen gebaut werden soll. Klar ist aber auch: Es gibt Sorgen darüber, dass der Nahversorger neue Verkehrsprobleme mit sich bringt. Wird der allgemein zunehmenden Verkehr zum Chaos führen? Wird der Lieferverkehr stören? Und wo kann man noch sein Auto abstellen, wenn Parkmöglichkeiten in angrenzenden Straßen entfallen? Gedanken wie diese treiben Bürger und Politiker um. Der Vorstoß der SPD, die Verwaltung mit einem Verkehrskonzept für den Ortskern Neukirchen zu beauftragen (wir berichteten), fand im Stadtentwicklungsausschuss denn auch Anklang der anderen Fraktionen. Die CDU regte sogar an, gleich Überlegungen zur Optimierung der Verkehrsströme in der ganzen Stadt anzustellen. Beim Technischen Beigeordnete Ulrich Geilmann bissen die Politiker allerdings auf Granit.

Die SPD hatte auf sich ändernde Rahmenbedingen hingewiesen: Edeka-Ansiedlung, Neugestaltung der Alten Rathausstraße und der Hochstraße nach der Kanalsanierung, Wegfall einer straßenbegleitenden Grünfläche südlich der Mozartstraße, Umgestaltung der Fläche vor dem Erziehungsverein. Es gebe schlechte Sichtverhältnisse an Einmündungen sowie verbesserungswürdige Fußgänger- und Radfahrverbindungen. Geprüft werden sollte zum Beispiel, ob der westliche Teil der Alten Rathausstraße weiter in beide Richtungen befahrbar sein soll und wo Tempobeschränkungen oder verkehrsberuhigte Bereiche Sinn machen könnten. Man dürfe nicht warten, bis die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind, betonten Ausschussmitglieder. "Die Anwohner sorgen sich, jetzt brennt es", sagte Richard Stanczyk (SPD). Der Vluyner Platz, wo die Verkehrsführung verbesserungswürdig sei, wurde als Negativbeispiel erwähnt. Auch dort habe man es versäumt, rechtzeitig aktiv zu werden.

Schon bei der sogenannten frühzeitigen Beteiligung zum Edeka-Bebauungsplan hatten Bürger Probleme an der Mozartstraße und der Alten Rathausstraße befürchtet. Die Stadtverwaltung erwiderte, dass für das Planverfahren kein Verkehrskonzept nötig sei. Die Anregung werde aber in das anstehende Integrierte Handlungskonzept für Neukirchen aufgenommen. Im Stadtentwicklungsausschuss beharrte der Technische Beigeordnete darauf, dass der Edeka-Investor ein Verkehrsgutachten erstellt habe. Ergebnis: Die gegenwärtigen Straßenverhältnisse seien ausreichend. Dieses Gutachten sei seiner Meinung nach "irgendwo stimmig". Ein neues Gutachten durch ein externes Büro wäre mindestens 12.000 Euro teuer, gab Geilmann zu bedenken. Woraufhin die SPD vorschlug, die Verwaltung solle ihre eigenen Fachleute mit der Aufgabe betrauen. Doch dafür schien Geilmann keine Kapazitäten zu sehen.

Am Ende brachten die Politiker kein Verkehrskonzept auf den Weg, beauftragten die Verwaltung aber, "vor der Entscheidung über anstehende Planungsaufträge und Umbaumaßnahmen die Chancen zu untersuchen, die sich aus möglichen Veränderungen von Verkehrsbeziehungen am südlichen Rand des Ortskerns Neukirchen ergeben". Ein Kompromiss, dem der Beschluss zur öffentlichen Auslegung des Edeka-Bebauungsplans folgte. Damit macht das wichtige Vorhaben einen großen Schritt weiter.

Quelle: RP
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