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Neukirchen-Vluyn
Ehemaliger Bauwagen ist nun ein "Kinderhaus" für Flüchtlinge

Neukirchen-Vluyn: Ehemaliger Bauwagen ist nun ein "Kinderhaus" für Flüchtlinge
Die Kinder freuen sich mit Moreza Haidani (links), Parid Hassani (Mitte) und Anwar Saleem über die Einweihung des Kinderhauses. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Die Direkte Flüchtlingshilfe und mehrere Bewohner der Unterkunft an der Wiesfurthstraße haben das Projekt gemeinsam verwirklicht. Von Stefan Gilsbach

Ein bunt angestrichener Wagen ist der neue Blickfang auf dem ehemaligen CJD-Gelände an der Wiesfurthstraße in Neukirchen. In den Gebäuden leben Flüchtlinge, unter ihnen sind auch Familien mit Kindern. Und für die kleinen Mädchen und Jungen dieser Familien ist der Wagen auch gedacht: "Kinderhaus" steht darauf. Daneben haben drei Bewohner des Geländes ihre Signatur hinterlassen: Anwar Saleem, Parid Hassani und Moreza Haidani. Sie haben den alten Bauwagen, der zuvor als Schafsstall genutzt worden war, mit viel Einsatz innerhalb von vier Monaten renoviert.

Klaus Bittmann, der Vorsitzende der Direkten Flüchtlingshilfe, erzählte gestern zur Einweihung des "Kinderhauses" die Vorgeschichte: "Im vergangenen September hatten wir einen Spendentag." Eigentlich habe man mit dem Erlös ein Outdoor-Spiel aufstellen wollen, doch da gab es behördliche Probleme. So sei man auf das Projekt mit dem Wagen gekommen. "Torsten hatte die Idee", sagt Bittmann. Gemeint ist Torsten Wittrock, der berichtet, dass es nicht so einfach gewesen sei, einen geeigneten Wagen zu finden. "Entweder waren sie in sehr schlechtem Zustand oder nicht erschwinglich." Am Ende wurden die Vereinsmitglieder doch noch fündig und von einem Trecker-Oldtimer gezogen ("Vielen Dank an die Familie Becker!") kam der Wagen nach Neukirchen.

Klaus Bittmann dankte auch Bürgermeister Harald Lenßen für seine Unterstützung dieses Projektes. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir eine Baugenehmigung für das Aufstellen des Wagens brauchen", meinte der Vorsitzende amüsiert. Aber dankenswerterweise hätte sich die Stadt sehr entgegenkommend gezeigt.

Der Bürgermeister selbst zeigte sich "begeistert, dass Sie das hier geschafft haben". Er dankte erneut den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich in Neukirchen-Vluyn für die Betreuung der Flüchtlinge einsetzen. Klaus Bittmann hatte zuvor erklärt, dass der Umgang mit diesen Menschen in der Stadt Neukirchen-Vluyn sehr gut sei. Auch die Einstellung der Bevölkerung könne man nur loben: "Fremdenhass gibt es hier wenig, dafür viel Unterstützung durch die Einwohner."

Die Kinder nahmen nach dem offiziellen Teil natürlich sofort mit fröhlichem Gekreisch ihren neuen Spielort in Beschlag, der mit Luftballons geschmückt worden war.

Mehr Infos über die Direkte Flüchtlingshilfe unter

www.nvhilft.de

Quelle: RP
 
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