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Neukirchen-Vluyn
Eigentümer: Planung für den Vluyner Platz steckt voller Fehler

Neukirchen-Vluyn. In einem Antrag an die Stadt fordern Norbert Wehren, Winfried Exner und andere Änderungen an der vorgesehenen Platzgestaltung. Von Josef Pogorzalek

Norbert Wehren und Winfried Exner sind nicht nur Anwohner beziehungsweise Eigentümer von Häusern am Vluyner Platz. Sie sind eingefleischte Vluyner, die viel darüber nachdenken, wie der Ort (noch) attraktiver werden kann. Als die Stadt im vergangenen Jahr Anwohner und Eigentümer im Rahmen eines Workshops in die Planung zum Umbau des Vluyner Platzes einbezog, brachten sie, wie viele andere, ihre Ideen ein. Die Vorschläge gingen in eine Planungsvariante ein, die bei einer Online-Abstimmung siegte und später im Rat beschlossen wurde.

Mittlerweile haben die Arbeiten zur Umgestaltung des Platzes begonnen. Mit dem vorliegenden Ausführungsplan sind Wehren und Exner allerdings alles andere als zufrieden. "Die Ausführungsplanung enthält eklatante Fehler", sagte Exner gestern. "Wären wir daran beteiligt worden, wäre es nicht dazu gekommen." Gemeinsam mit anderen Eigentümern haben Exner und Wehren die Kritikpunkte sowie Verbesserungsvorschläge in einem Antrag an die Stadt festgehalten. Er wird am Montag im Bauausschuss (17 Uhr im Rathaus) diskutiert.

Vor allem stören sich die Antragsteller an der zur Niederrheinallee geplanten Optik des Platzes. Der Bereich rund um die denkmalgeschützten Rotbuche soll eingezäunt werden, direkt davor sollen 25 Fahrradständer stehen. "Ein schöner Anblick von der Niederrheinallee aus", sagte Exner ironisch. Angrenzend an die Rotbuche soll das "Heimat"-Denkmal stehen (das bislang ungefähr in der Mitte des Platzes angesiedelt war), links hinter dem Buswartehäuschen ist ein Springbrunnen vorgesehen, neben diesem soll im Winter ein Weihnachtsbaum leuchten. "Der Eingang zum Platz wird zugemüllt", sagte Wehren. Der Blick auf den Platz und vom Platz zur Kirche werde versperrt. Die Antragsteller schlagen vor, die Standorte des Brunnens und der Fahrradständer zu tauschen und das Denkmal in den hinteren Teil des Platzes zu verschieben, wo es genügend Freifläche gebe.

Weitere Punkte aus der langen Kritikliste: Die neue Pflasterung des Platzes höre drei Meter vor der Niederrheinallee auf, wodurch ein unschönes Flickwerk entstehe. Und: Der Leitstreifen für Sehbehinderte werde mitten in die "Orientierungsfläche" gelegt, die aber Radfahrern, Elektrorollstuhlfahrern oder auch dem Lieferverkehr zur Verfügung stehen soll. "Es gibt eine Menge von Sachen, die nebensächlich erscheinen, die aber viele Bürger betreffen", sagte Wehren. So sehe der Plan nur zwei Ruhebänke ("vorher hatten wir vier oder sechs") und nur vier Papierkörbe ("die alten waren schon immer voll") vor. Spender für Hundekottüten fehlten ganz. Wichtig sei auch, keine Poller an der Südostausfahrt des Platzes zum Bruckhausfeld aufzustellen, damit der Lieferverkehr dort abfließen könne. Würden die Lieferfahrzeuge gezwungen, wie bisher auf dem Platz zu wenden, werde es sehr bald wieder zu Schäden kommen.

Frank Grusen, Pressesprecher der Stadt, verteidigte gestern das Planungsverfahren: "Es gab eine sehr intensive Bürgerbeteiligung." Kleine Veränderungen bezüglich der Gestaltung ließen sich im laufenden Verfahren ändern. "Dafür muss der Rat nicht neu beschließen."

Unklar ist noch die Frage der Pflasterung direkt an den Häusern am Vluyner Platz. Ein 2,50 Meter breiter Streifen vor den Häusern falle in die Zuständigkeit der Eigentümer. Die Stadt hat sie zu Gesprächen eingeladen. "Wir schlagen vor, ihre Flächen zu den Kosten des Tiefbauers mitzupflastern", sagte Grusen. Denkbar ist jedoch, dass die Eigentümer sich für ein anderes neues Pflaster entscheiden - oder es beim jetzigen Pflaster belassen. Sicherheitshalber hat die Stadt den Platz in vier Gestaltungsbereiche eingeteilt. In jedem einzelnen muss die Pflasterung einheitlich sein, so dass es zu keinem allzu schlimmen "Flickenteppich" kommen kann.

Quelle: RP
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