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Neukirchen-Vluyn
Ein Bestattungswald auf altem Betriebshofgelände?

Neukirchen-Vluyn. Die Verwaltung macht sich Gedanken über die Nutzung jener Standorte, die der Kombibau überflüssig gemacht hat.

Bekommt Neukirchen-Vluyn einen Bestattungswald? Dieser Gedanke taucht in einem Konzept auf, das die Verwaltung in der Sitzung des Bau-, Grünflächen- und Umweltausschusses am 5. September vorstellen möchte. Darin geht es um die künftige Nutzung jener Flächen, die bislang durch den Baubetriebshof genutzt wurden, nun aber durch den neuen Standort im Kombibau an der Tersteegenstraße teilweise überflüssig geworden sind.

Wohlgemerkt: Es handelt sich bislang nur um Vorschläge. Allerdings sieht das Tiefbau- und Grünflächenamt durchaus die Möglichkeit, auf einem 1750 Quadratmeter großen Areal des Friedhofs Neukirchen einen solchen Wald für Urnen einzurichten. Es handelt sich um die nördlichste Fläche des Friedhofs. Dazu heißt es in dem Konzept: "In einem Friedwald finden Urnenbestattungen an ungekennzeichneten Stellen statt. Als Gedenkstelle könnte eine Gemeinschaftsstele mit Namensschildern der Verstorbenen aufgestellt werden. Allerdings gibt es in Neukirchen-Vluyn bislang noch keine Anfragen zu dieser Bestattungsart."

In anderen Kommunen des Niederrheins wurde bereits über die Anlage eines Bestattungswaldes diskutiert (der Begriff "Friedwald" ist gesetzlich geschützt). Baumgrabstätten gibt es mittlerweile in Krefeld, in Grefrath, Duisburg und Wesel. Die christlichen Kirchen haben zum Gedanken der Naturbestattung ein ambivalentes Verhältnis. In Geldern, wo ebenfalls über einen solchen Begräbnisort diskutiert wird, äußerte der evangelische Pfarrer Ralf Streppel, die Verstorbenen gehörten "auch im Sterben und Tod in unsere Gemeinschaft" und "nicht in den Wald". Allerdings liegt die Fläche, um die es in Neukirchen-Vluyn geht, nicht weitab von den Siedlungen, sondern zwischen Wohnbebauung.

Was aus einem Teil der Betriebshofgebäude am Rathaus werden soll, ist bereits seit längerem bekannt: Dort findet die Neukirchener Tafel ihre neuen Räumlichkeiten.

Der Bauausschuss tagt am Montag, 5. September, um 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses, Hans-Böckler-Straße.

(s-g)
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