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Neukirchen-Vluyn
Erneute Debatte über die Büchereien

Neukirchen-Vluyn. Muss einer der Standorte weichen? Der Bildungsausschuss diskutierte über Kostenfragen und Alternativen. Von Stefan Gilsbach

Es war nicht das erste Mal, dass die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Schule sich mit der Frage beschäftigten, ob sich Neukirchen-Vluyn weiter zwei Büchereien leisten kann. Eine Entscheidung hat die Politik bislang gescheut, aus gutem Grund, wie sich SPD-Fraktionsvize Günter Zeller erinnert: "Wir haben ja einmal einen Standort auf dem Zechengelände diskutiert, da haben wir uns blutige Nasen geholt."

Klar ist: Wer einem der Ortsteile seine Bücherei wegnimmt, der macht sich dort nicht beliebt. Auch gestern gab es über diesen Punkt keinen Beschluss, aber man war sich zumindest einig, dass bald ein Beschluss gefällt werden muss.

Nur Norbert Gebuhr, Vorsitzender der Fraktion FDP/Piraten sprach sich gestern deutlich dafür aus, einen Standort zu schließen. "Es stand schon im Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt im Jahr 2009, dass wir ein Überangebot bei den Büchereien haben." Die GPA hat den gleichen Punkt in ihrem Bericht für 2015 angemahnt. Das hat den Eindruck auch auf die beiden großen Fraktionen nicht verfehlt.

Die Vertreter von Bündnis 90/Grünen wollen, auch wenn das zunächst paradox klingt, den Vluyner Standort erhalten, indem sie ihn zunächst schließen. Die Vluyner Bücherei soll dann im Gebäude der Kulturhalle neu eröffnet werden. Damit spart die Verwaltung im Jahr 60.000 Euro Kosten. Allerdings ist es im oberen Stockwerk der Kulturhalle etwas enger, etwa die Hälfte des Bücherbestandes müsste ausgegliedert werden.

Zwei weitere Punkte müssen bei der Entscheidung beachtet werden. Erstens können Veranstaltungen und Projekte nur öffentlich gefördert werden, wenn ausreichend Öffnungszeiten geboten werden. Falls es in Vluyn zu einer Reduzierung komme, müsse Neukirchen eben vier Stunden hinzufügen, argumentieren Grünen-Ratsherr Heiner Schlitzer und seine Fraktion.

Zweiter Punkt: Die Büchereien sind heute weniger Lesestuben als Veranstaltungszentren geworden. Auch dafür sehen die Grünen eine Alternative: Die Seitenbühne in der Kulturhalle, die zurzeit von Michael Erb, dem Betreiber des Kulturcafés, als Lager genutzt wird. Die Verwaltung muss nun also erst einmal mit Erb sprechen, ob der sich eine Alternative für diese Lagermöglichkeiten vorstellen kann.

CDU-Fraktionvize Dr. Heiko Haaz bekannte, dass ihm der Gedanke an die Schließung eines Büchereistandortes "körperliche Schmerzen" bereite. Und Günter Zeller erklärte für die Sozialdemokraten: "Diese Entscheidung wird eine weitreichende sein. Wir sollten sie mit einer möglichst breiten Mehrheit treffen."

Quelle: RP
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