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Neukirchen-Vluyn/Krefeld
Erziehungsverein hat große Pläne in Hüls

Neukirchen-Vluyn/Krefeld: Erziehungsverein hat große Pläne in Hüls
Die Bielefelder Investorengruppe "First Retail" wirbt bereits mit Plakaten für das Seniorenheim. Im gleichen Haus entsteht ein Kindergarten. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Neukirchen-Vluyn/Krefeld. Das Hilfswerk aus Neukirchen-Vluyn richtet ab Sommer 90 Heimplätze inklusive Kurzzeitpflege in dem Krefelder Ortsteil ein. In der Seidenstadt ist der Verein sehr engagiert, seit 2015 auch mit Tagespflege im Stadtteil Gartenstadt. Von Jochen Lenssen und Stefan Gilsbach

Immer wieder bleiben Passanten in Krefeld-Hüls am Hölschen Dyk an der Baustelle vor dem Helios-Klinikum stehen, wo Mitte August die Arbeiten für ein Seniorenpflegeheim und eine dreigruppige Kindertagesstätte begonnen haben. "Die Passanten schauen auf die große, farbige Ansicht am Zaun und wundern sich, dass dort zwei Gebäude abgebildet sind. Das sind aber nur zwei Ansichten ein und desselben Gebäudes", erklären Baustellenleiter Andreas Wesoly und René Wiebe, der die Tiefbauarbeiten leitet.

Während der Kindergarten von dem privaten Träger "Zaubersterne" aus Duisburg betrieben wird, steht hinter dem geplanten Seniorenpflegeheim der Neukirchener Erziehungsverein. Es soll dessen dritte Senioreneinrichtung in Krefeld werden, neben dem Gerhard-Tersteegen-Haus und dem Dreikönigenhaus. "Der Bedarf im Ortsteil Hüls ist da, wir kommen den Wünschen vielen alter Menschen im Ortsteil entgegen", sagt Ulrich Schäfer, Sprecher des Erziehungsvereins. Die Stadt Krefeld hat 80 Heimplätze und zehn Kurzzeitpflegeplätze anerkannt.

Das "Quartier am Königspark", wie der neue Gebäudekomplex in Krefeld genannt wird, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Helios-Kliniken. Ende Oktober wurde der Grundstein für das neue Gebäude gelegt. FOTO: Thomas Lammertz

Doch auch für Neukirchen-Vluyner, die beispielsweise in Niep, nicht weit von der Stadtgrenze entfernt, wohnen, könnte der Standort interessant sein. "Im Sommer sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein", sagt der Vereinssprecher.

Bauherr des gesamten Gebäudekomplexes ist die Bielefelder Entwickler- und Investorengruppe "First Retail". Insgesamt betragen die Baukosten rund zehn Millionen Euro. Der Erziehungsverein wird drei Stockwerke mieten. Vorgesehen ist, wie bereits erwähnt, eine Kapazität von 90 Heimplätzen inklusive zehn Kurzzeitplätzen. "Natürlich handelt es sich um Einzelzimmer, es soll aber auch zwei geräumige Pflege-Appartements für Ehepaare geben", erläutert Ulrich Schäfer.

Kindergarten und Seniorenheim unter einem Dach - kann das funktionieren? Werden sich die alten Bewohner nicht durch die Kleinen gestört fühlen? Ulrich Schäfer glaubt das nicht. Er sieht in diesem Beieinander von Jung und Alt unter einem Dach ein Beispiel für Mehrgenerationenhäuser.

Der Neukirchener Erziehungsverein hat sich in den vergangenen Jahren auch im Stadtteil Krefeld-Gartenstadt engagiert. Dort öffnete im März 2015 eine Tagespflege am Insterburger Platz. Bis zu 15 pflegebedürftige und/oder demenzkranke Senioren haben Platz in den barrierefreien Räumen im Erdgeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses. Auf rund 280 Quadratmetern gibt es Gemeinschafts- und Therapieräume, einen Ruheraum mit Liegesesseln, ein Pflegebad sowie ein rollstuhlgerechtes WC. Zum Angebot gehören neben Pflege und Hygieneversorgung auch Gedächtnistraining, Bewegungsübungen, kreatives Gestalten, Musik, Spiele, Tast- und Hörtraining und Massagen sowie vier Mahlzeiten am Tag.

In Neukirchen-Vluyn selbst trägt der Erziehungsverein auf dem Gebiet der Seniorenbetreuung das Matthias-Jorissen-Haus. Eine weitere Einrichtung in der Stadt ist laut Schäfer derzeit nicht geplant, auch in den anderen Städten der Grafschaft gibt es nach Fertigstellung des Heims in Hüls für erste keine vergleichbaren Projekte des Erziehungsvereins.

Quelle: RP
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