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Neukirchen-Vluyn
Feuerwehr gewinnt Goldenes Lenkrad

Neukirchen-Vluyn: Feuerwehr gewinnt Goldenes Lenkrad
Neukirchen-Vluyn. Ein wichtiger Preis der Oldtimerszene, das Goldene Klassik-Lenkrad, ist nach Neukirchen-Vluyn gegangen. Die Leser des Magazins "Auto Bild Klassik" votierten für die Schrauber der Freiwilligen Feuerwehr und ihren TLF 16. Von Sabine Hannemann

Seit kurzem ist es offiziell: Das Goldene Klassik-Lenkrad, verliehen vom Magazin "Auto Bild Klassik", hat der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Neukirchen-Vluyn für sein Restaurierungsobjekt, das Magirus-Tanklöschfahrzeug (TLF 16), bekommen. Die Kameraden stellen das historische Fahrzeug wieder her, das bei einem Unfall schwer beschädigt worden war.

"Mit der Juryentscheidung haben wir überhaupt nicht gerechnet", sagen Feuerwehrleiter Lutz Reimann und die Kameraden. Eine kleine Abordnung der Feuerwehr machte sich auf den Weg nach Wolfsburg, um dort den begehrten Publikumspreis in der Kategorie "Restaurierung des Jahres" in Empfang zu nehmen. Eigentlich wollten die Kameraden mit ihren restaurierten Gefährt die Reise antreten. "Aber das war völlig ausgeschlossen", sagt Reimann. Der TLF 16 ist noch nicht fahrbereit. Momentan ist das Fahrgestell fertiggestellt, der Rahmen wurde gerichtet. Im nächsten Schritt werden die Bremsleitungen verlegt. Das Fahrerhaus erstrahlt zwar bereits wieder im schönsten Feuerwehrrot, mehr aber auch nicht. Alles muss erst noch montiert werden. Der Tank mit Geräteraum wird als nächstes Bauelement bearbeitet. Dann soll die Elektrik folgen. Jede Menge Arbeit wartet also noch. Vieles konnte vor Ort selbst gemacht werden, für andere Schritte werden die entsprechenden Fachleute herangezogen.

Als die Preisübergabe näher rückte, entschied sich die Delegation, die 700 Kilometer nach Wolfsburg mit einem anderen historischen Fahrzeug zurückzulegen: dem vereinseigenen Drehleiterwagen. Er sorgte ebenso für neugierige Blicke wie die Neukirchen-Vluyner selbst. "Wir fielen in unserer offiziellen Dienstkleidung in der Wolfsburger Szene auf und sorgten für Gesprächsstoff", sagt Reimann.

Im März 2014 hatte sich der Unfall ereignet, durch den der einst wunderschöne TLF 16 zum Wrack wurde. Einige Kameraden waren auf der Rückfahrt von einer Feier in Österreich, als eine stark alkoholisierte Autofahrerin auf der Autobahn bei Montabaur mit dem Fahrzeug aus Vluyn kollidierte. Der 10,5 Tonnen schwere Rundhauber überschlug sich, landete auf dem Dach und mittig auf einer Leitplanke. Glück im Unglück: Die Insassen kamen mit kleinen Blessuren davon. Das Gutachten stellte am Fahrzeug einen Totalschaden fest, doch für die Feuerwehrleute stand schnell fest: Nur Wiederaufbau und Restaurierung kommen in Frage.

Die Vorbereitungen starteten, ein typgleiches Modell wurde gekauft, es dient als Ersatzteillager. "Unsere Geschichte machte über die Medien schnell die Runde und führte dazu, dass uns das Magazin Auto Bild aufforderte, beim Wettbewerb in der Kategorie ,Restaurierung des Jahres' mitzumachen", erzählt Reimann. Die Leser katapultierten die Neukirchen-Vluyner Schrauber nach oben. In der Laudatio bekamen sie den zusätzlichen Titel "Meister der Herzen". Die Rede kam dann auf die wohl "unvernünftigste Restaurierung", verbunden mit der Frage, ob die Entscheidung nochmals so ausfallen würde. Lutz Reimann antwortete mit einem überzeugten "Ja. Wir würden es wieder tun!"

Damit nicht genug. Wenig später folgte die zweite Überraschung mit der Übergabe des "Ehrenamtspreises Kreis Wesel", der mit 1400 Euro dotiert war. Ausgezeichnet wurden Menschen und Projekte, "die motivieren, zum Mitmachen anregen und neue Ideen anstoßen." Für Reimann und die Schrauber-Kameraden ein erfolgreiches Jahr. "Wir bekommen guten Zuspruch. Die Auszeichnungen bestätigen uns, den richtigen Schritt getan zu haben."

Quelle: RP
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